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Führungsmannschaft

Doppel-Wechsel im Vorstand der Bundesbank


Doppel-Wechsel im Vorstand der Deutschen Bundesbank: An diesem Montag verabschiedet die Notenbank Hans- Georg Fabritius und Hans-Helmut Kotz und damit gleich zwei Mitglieder ihrer sechsköpfigen Führungsmannschaft.

Gleichzeitig führt Notenbank- Präsident Axel Weber die beiden Nachfolger ein: Den 50 Jahre alten Bankmanager Andreas Dombret und den 56 Jahre alten FDP- Finanzpolitiker Carl-Ludwig Thiele. Dombret war von den Bundesländern vorgeschlagen worden, Thiele von der Bundesregierung.

Über die künftige Ressortverteilung soll bei der ersten Sitzung des neuen Vorstands am Dienstag entschieden werden. Fabritius zeichnete zuletzt unter anderem für die Bereiche Bargeld, Controlling und Rechnungswesen verantwortlich, Kotz leitete die Ressorts Finanzstabilität, Märkte und Statistik.

Nach Informationen des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ will Präsident Weber den vormaligen Investmentbanker Dombret mit den Zuständigkeiten für Finanzstabilität und Kontrolle der Finanzmärkte betrauen. Thiele solle sich um Bargeldversorgung und Zahlungsverkehr kümmern. Das von Weber kaltgestellte Vorstandsmitglied Thilo Sarrazin kann laut „Spiegel“ nicht mit neuen Aufgaben rechnen.

Ein Sprecher der Bundesbank lehnte einen Kommentar zu dem Bericht ab. Die Entscheidungen fallen mit Mehrheitsentscheidungen, wobei dem Präsidenten ein doppeltes Stimmrecht und ein Veto zustehen.

Der in den USA geborene Deutsch-Amerikaner Dombret ist als langjähriger Investment-Banker ein ausgewiesener Fachmann: Er war unter anderem Vize-Chef des Europa-Geschäfts der Bank of America, die er 2009 verließ, arbeitete bei der Deutschen Bank, bei Rothschild und bei JP Morgan.

Die Personalie gilt als Signal, dass im Bundesbank-Vorstand künftig mehr Sachverstand vertreten sein soll. Immer wieder hatte es Kritik gegeben, dass die Parteien altgedienten Politikern einen Posten in der international hoch angesehenen Zentralbank zuschustern.

Diesen Vorwurf musste sich auch Thiele gefallen lassen. Der stellvertretende Fraktionschef und finanzpolitische Sprecher der FDP im Bundestag ist ein enger Vertrauter von Parteichef Guido Westerwelle. Die Liberalen hatten das Vorschlagsrecht für diesen Spitzenposten. Kritiker monierten Vetternwirtschaft. Andere halten Thiele für fachlich ungeeignet.

Erst im vergangenen Jahr hatte die Berufung des ehemaligen Berliner SPD-Finanzsenators Thilo Sarrazin in den Vorstand der Bundesbank für Unruhe gesorgt. Nach umstrittenen Äußerungen zur Integration von Ausländern musste Sarrazin wichtige Kompetenzen abgeben.

dpa

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