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Verdeckte Kosten, irreführende Angaben

EU kritisiert Anbieter von Online-Krediten


Verdeckte Kosten und irreführende Angaben: Anbieter von Krediten informieren im Internet ihre Kunden laut einer EU-Studie häufig schlecht. Die Namen der schwarzen Schafe veröffentlicht die EU-Kommission aber nicht.
Schwarze Schafe unter den Kreditvermittlern müssen die fehlenden Informationen nun nachliefern

Schwarze Schafe unter den Kreditvermittlern müssen die fehlenden Informationen nun nachliefern

© dpa

Brüssel. Wer im Internet einen Kredit aufnehmen will, wird laut einer EU-Studie in zwei von drei Fällen schlecht informiert. Wichtige Angaben zur Höhe von Zinsen, Laufzeit und Kosten fehlten EU-weit häufig, sagte EU-Verbraucherkommissar John Dalli am Dienstag in Brüssel. Zum Schutz der Anbieter nannte die EU-Kommission keine Namen. Bei jedem fünften der getesteten Vermittler von Online-Krediten sei die Darstellung der Kosten irreführend gewesen. Die Werbung habe oft unrealistische Zinsen genannt.

Im Auftrag der EU-Kommission hatten die 27 EU-Länder, Norwegen und Island 562 Internetseiten für Verbraucherkredite untersucht, darunter 224 Banken. Neben Finanzinstituten waren auch Autohändler dabei.

In Deutschland testeten die Prüfer 26 Unternehmen - und entdeckten bei 20 von ihnen Informationslücken. „Das Ergebnis ist so, dass man schon von einem allgemeinen Missstand reden kann“, sagte ein Sprecher der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) auf dpa-Anfrage. Die Bafin habe bereits die Spitzenverbände der deutschen Kreditwirtschaft angeschrieben und Verbesserungen gefordert. Von den 26 getesteten Seiten seien mehr als 20 von Banken gewesen. „Teilweise war gar nicht klar, wer eigentlich den Kredit vergibt.“

Verbraucherkommissar Dalli sagte: „Wenn Menschen sich nach einem Kredit umsehen, stellen sie manchmal fest, dass er viel teurer ist, als es zunächst den Anschein hatte.“ Aus der Studie gehe nicht hervor, ob die Anbieter ihre Kunden absichtlich täuschen wollten.

Schwarze Schafe unter den Kreditvermittlern müssen die fehlenden Informationen nun nachliefern. „Wenn sie ihre Angaben nicht korrigieren, können die jeweiligen Länder entsprechende Schritte einleiten“, sagte Dalli. Das könnten Geldstrafen oder eine Schließung der Internetseiten sein. Bis zum Herbst dieses Jahres sollen die Websites erneut geprüft werden.

Wer bereits einen unvorteilhaften Kredit abgeschlossen hat, profitiert von den Kontrollen allerdings nicht mehr. Dalli: „An der Gültigkeit bereits bestehender Verträge ändert sich nichts.“

dpa

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