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Deutschland / Welt Gegen den Strom
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00:30 30.08.2014
Von Stefanie Gollasch
Nur heiße Luft: Föhn und andere Geräte funktionieren auch mit weniger Strom weiter. Quelle: dpa
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Hannover/Brüssel

Peer Steinbrück hat es zugegeben: In seinem Keller lagert er Hunderte Glühbirnen. Zu kaufen gibt es sie nur noch vereinzelt, die EU-Kommission hat die kleinen Stromfresser verboten. Aber eine Lampe im Hause Steinbrück funktioniert nun mal nicht mit den neuen Energiesparbirnen, also hat der Sozialdemokrat vorgesorgt. Und er ist nicht der Einzige: Zahlreiche Bundesbürger haben sich Glühbirnenvorräte angelegt, um das EU-Verdikt zu umgehen.

Künftig brauchen sie deutlich mehr Lagerfläche: Der Kampf der Union gegen Energiefresser in Haus und Büro ist in vollem Gange. Von Montag an gibt es nur noch Staubsauger mit maximal 1600 Watt Leistung, am 1. Januar 2015 folgen die selbstabschaltenden Kaffeeautomaten. Und das ist längst noch nicht alles: In diesen Tagen haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von EU-Energiekommissar Günther Oettinger eine Liste mit weiteren 30 Produkten aufgestellt, die in den Jahren 2015 bis 2017 auf ihre Energieeffizienz hin überprüft werden sollen. Sie reicht vom Föhn über Rasenmäher und Akkuschrauber bis hin zu Heizungen für Schwimmbäder, Wasserkochern, Aufzügen und Smartphones.

Wer nun fürchtet, bald im staubigen Wohnzimmer im kalten Licht der Energiesparbirne auf sein blasses Handydisplay blicken und dabei kalten Kaffee schlürfen zu müssen, der irrt: Man werde auch in Zukunft noch „hervorragend kochen und backen“ können, beruhigt der Fachverband Haushaltsgeräte im Zentralverband der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie.

Bei der nächsten Welle der „Regulierung“ geht es ohnehin um mehr als nur den Stromverbrauch. Untersucht werden soll überdies, wie viele Ressourcen bei der Herstellung verwendet wurden und wie sie nach dem Ausmustern des Gerätes wiederverwertet werden können.

Mobiltelefone etwa enthalten seltene Metalle, deren Recycling angesichts der Marktdominanz Chinas dringend geboten erscheint. Und das Thema Ausmustern dürfte künftig noch eine wachsende Rolle spielen: Damit die EU-Vorgaben zum Stromsparen überhaupt einen Effekt zeigen, müssen die Verbraucher die alten Geräte erst mal durch energiesparende neue ersetzen.

von Detlef Drewes und Stefanie Gollasch

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