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Edeka will eigene Drogeriekette starten

Angriff auf Rossmann und dm Edeka will eigene Drogeriekette starten

Kaum ist die Übernahme der Kaiser's-Tengelmann-Märkte für Edeka in trockenen Tüchern, steht das nächste große Projekt vor der Tür. Im nächsten Jahr könnte eine eigene Drogeriemarkt-Kette an den Start gehen - wenn das Kartellamt grünes Licht gibt.

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Beim Verkauf von Drogerieprodukten sieht Edeka – hier eine Filiale in Minden – weitere Expansionschancen.  

Quelle: Christian Schmid

Hamburg/Hannover. Edeka will in den Bereich der Drogeriemärkte expandieren - und könnte bald den Platzhirschen Rossmann und dm Konkurrenz machen. Allerdings müsse zunächst das Bundeskartellamt die Voraussetzungen dafür schaffen und eine langfristig angelegte Partnerschaft des Unternehmens mit der Hamburger Drogeriemarkt-Kette Budnikowsky billigen, sagte Edeka-Chef Markus Mosa am Dienstag in Hamburg. In der vergangenen Woche hatten der Lebensmittelhändler und Budnikowsky ihre Kooperation bei der Kartellbehörde angemeldet.

Drogerie-Shops bei Edeka?

Bereits im nächsten Jahr könnte Edeka beginnen, eigene Drogeriemärkte oder Shops in seinen Märkten zu eröffnen, sagte Mosa. Bei Edeka hält man 50 neue Märkte pro Jahr für eine realistische Größenordnung. Mit Budnikowsky soll ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet werden, in dem Logistik und Verwaltung angesiedelt sind. Die rund 180 „Budni“-Filialen im Großraum Hamburg wiederum sollen in einer anderen Gesellschaft zusammengefasst werden.

Budnikowsky war lange mit dem Drogerie-Marktführer dm verbandelt. Seit dem Ende dieser Zusammenarbeit galt das Hamburger Unternehmen als Übernahmekandidat oder Kooperationspartner für andere Drogerien. Laut „Lebensmittelzeitung“ hatten Rossmann und Müller vor einem Jahr Interesse geäußert. Budnikowsky habe sich seinerzeit dagegen gestemmt, hieß es.

Bei der Konkurrenz stößt das Zusammengehen mit Edeka auf Unverständnis. Er halte von den Plänen „sehr wenig“, sagte Rossmann-Chef Dirk Roßmann vor Kurzem bei der Bilanzvorlage seines Unternehmens. Budnikowsky stecke in den roten Zahlen: „Ich fände es realistischer, aus einem Unternehmen, das seit Jahren mit Verlust arbeitet, erst mal ein Unternehmen zu machen, das mal wieder was verdient.“

Behörde früh informiert

Solche Bedenken teilt Edeka offenbar nicht. Mit Budnikowsky gewinne man einen Partner, „der unsere Ambitionen und Geschäftsperspektiven mit seiner Expertise zielgerichtet unterstützt“, sagte Mosa. Edeka will an dem neuen Gemeinschaftsunternehmen zunächst eine Minderheitsbeteiligung von 25,1 Prozent halten - angeblich gibt es jedoch die Option, den Anteil auf bis zu 74,9 Prozent aufzustocken.

Nachdem das Kartellamt im Fall Kaiser‘s Tengelmann deutlich gemacht hatte, dass es Übernahmen und Kooperationen im Lebensmitteleinzelhandel überaus kritisch gegenübersteht, informierte Edeka die Bonner Behörde bei den Plänen mit Budnikowsky offenbar früh. Schon vor der offiziellen Anmeldung der geplanten Allianz seien Gespräche mit der zuständigen Beschlussabteilung geführt worden, hieß es. Damit sollten etwaige Bedenken der Wettbewerbshüter bereits im Vorfeld ausgeräumt werden.

Edeka kann 2016 zulegen

Der genossenschaftliche Edeka-Verbund hat seine Umsätze im vergangenen Jahr um 2,5 Prozent auf 49,6 Milliarden Euro gesteigert. Gut die Hälfte davon entfallen auf 4000 selbstständige Kaufleute mit 5900 Märkten, die um 3,8 Prozent auf 25,2 Milliarden Euro zulegten. Die Discount-Tochter Netto erreichte ein Plus von 2,6 Prozent auf 12,7 Milliarden Euro.

Nach der Übernahmeschlacht um Kaiser’s Tengelmann läuft nun die Integration der 355 Märkte in die Edeka-Gruppe. „Alle übernommenen Standorte überführen wir derzeit mit hoher Schlagzahl in die Edeka-Welt“, sagte Mosa. Die Märkte erhielten neue Sortimente, technische Ausstattung und ein neues Ladendesign. Es gebe jetzt mehr Vielfalt in den Regalen. Auch die Firma Bringmeister gehört nun zu Edeka, die in Berlin und München die Online-Belieferung mit frischen Lebensmitteln erprobt.

Von Eckart Gienke
 und Jens Heitmann

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