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Ackermanns Kampf gegen das Vergessen

Ehemaliger Deutsche-Bank-Chef Ackermanns Kampf gegen das Vergessen

Der frühere Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann räumt falsche Aussage im Kirch-Prozess ein – er habe noch einmal sein Gedächtnis bemüht.

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„Auf die Berater verlassen“: Josef Ackermann steuert nach bei seiner Aussage.

Quelle: dpa

Mit deutschen Gerichten verbindet Josef Ackermann keine guten Erfahrungen. Im Prozess um die millionenschwere Abfindung für den früheren Mannesmann-Chef leistete sich der Banker eine Siegergeste, die ihn zum Sinnbild einer abgehobenen Managerkaste machte. Da Ackermann ohnehin keinen großen Ruf mehr zu verlieren hatte, hielt sich der Schaden in Grenzen. Im aktuellen Verfahren um die Pleite des Kirch-Konzerns könnte sich das jedoch ändern – hier steht Ackermann im Verdacht, an der Wahrheit herumgefingert zu haben, als er vor Gericht die Schuld der Deutschen Bank kleinzureden suchte.

Dass der Anteil des Geldhauses an der Insolvenz des Medienunternehmens weit größer war als von Ackermann und seinen Vorstandskollegen dargestellt, ist längst gerichtsfest: Nachdem das Gericht die Bank 2012 zu Schadensersatz verurteilt hatte, schloss diese mit den Kirch-Erben einen Vergleich über 925 Millionen Euro.  Doch damit gibt sich die Staatsanwaltschaft nicht zufrieden: Sie will nun vor Gericht beweisen, dass Ackermann, sein Vorgänger Rolf Breuer sowie sein Nachfolger Jürgen Fitschen im damaligen Verfahren falsche Angaben gemacht haben. Die Betroffenen haben die Vorwürfe stets zurückgewiesen – doch Ackermann ist sich seiner Sache offenbar nicht ganz so sicher. Direkt gelogen haben will der Schweizer nicht, aber möglicherweise habe er auch nicht ganz die Wahrheit gesagt, heißt es in einem Brief an die Münchener Staatsanwaltschaft, der mehreren Medien vorliegt. „Ich kann nur sagen: Meine Aussage war damals weder bewusst falsch noch widersprüchlich“, heißt es in dem Schreiben.

Wie es dazu kommen konnte? Es sei möglich, dass er sich bei seiner Aussage im Schadensersatzprozess im Mai 2011 von der Vorbereitung durch die Rechtsabteilung der Deutschen Bank habe beeinflussen lassen, schreibt Ackermann. Aus Zeitmangel habe er sich damals auf seine Berater verlassen. Erst nach seinem Ausscheiden bei der Deutschen Bank habe er sich gründlich mit dem Thema Kirch befassen können – und noch einmal sein Gedächtnis bemüht.

Die Staatsanwaltschaft zeigt sich von diesen Darlegungen wenig beeindruckt: Sie hat den früheren Deutsche-Bank-Chef wegen Prozessbetruges angeklagt. Nach der Sommerpause des zuständigen Richters Peter Noll wird in dieser oder in der nächsten Woche mit dem Versand der Anklageschrift gerechnet.

Den Vorsitzenden der 5. Strafkammer beeindrucken großen Namen mäßig: Erst vor einem Monat hat er mit der Einstellung des Betrugsprozesses gegen Formel-1-Boss Bernie Ecclestone gegen 100 Millionen Dollar für Furore gesorgt. Sollte Nolls Strafkammer die Anklage gegen Ackermann zulassen, würde es voraussichtlich im kommenden Jahr zu einem Prozess kommen.

Von Daniela Wiegmann

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