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Deutschland / Welt Ein Wechsel der Krankenkasse lohnt sich
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00:15 05.01.2016
Von Jens Heitmann
Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Hannover

Das gilt auch für Versicherte, die sich erst vor kürzerer Zeit einer neuen Kasse angeschlossen haben und daher eigentlich einer anderthalbjährigen Wechselsperre unterliegen.

Nach Milliardenüberschüssen zwischen 2011 und 2013 ist die gesetzliche Krankenversicherung bereits im vergangenen Jahr wieder in die roten Zahlen gerutscht. In den vergangenen Monaten haben sich die Verluste ausgeweitet. Deshalb hat der Schätzerkreis des Bundesgesundheitsministeriums für das nächste Jahr einen Anstieg des Zusatzbeitrages um durchschnittlich 0,2 auf 1,1 Prozentpunkte errechnet. Diesen Sonder­obolus zahlen die Mitglieder allein. Den bei 14,6 Prozent festgezurrten „allgemeinen Beitragssatz“ teilen sie sich mit ihrem Arbeitgeber.

Im nächsten Jahr öffnet sich die Schere zwischen günstigen und teuren Kassen weiter: Während etwa die Metzinger BKK keinen Zusatzbeitrag fordert, sind es bei der DAK bereits 1,5 Prozentpunkte. Wer mehr als 4237,50 Euro monatlich verdient und damit oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze liegt, kann bei einem Wechsel unter Berücksichtigung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld also mehr als 700 Euro im Jahr sparen. Allerdings ist die billigste BKK nicht bundesweit geöffnet. In Niedersachsen ist die Bremer hkk mit einem Zusatzbeitrag von 0,59 Prozent die günstigste Kasse – im Vergleich zur DAK läge die Ersparnis in diesem Fall bei knapp 39 Euro monatlich.

Die Versicherten tun jedoch gut daran, nicht nur die Beiträge zu vergleichen. Zwar sind die Leistungen der gesetzlichen Kassen zu 95 Prozent gleich – einzelne Anbieter leisten dennoch deutlich mehr als andere. So zahlen viele Kassen ihren Mitgliedern einen Bonus aus, wenn sie bestimmte Anforderungen erfüllen: Mal werden Nichtraucher belohnt, andere sponsern sportliche Aktivitäten. Etliche Kassen bezuschussen inzwischen Naturheilverfahren, Behandlungen bei Homöopathen und Osteopathen. Gleiches gilt für die professionelle Zahnreinigung, die mehr als 100 Euro kosten kann. Wie groß die Unterschiede bei den Zusatzleistungen der Kassen sind, zeigen die Beispiele von AOK, Barmer, KKH, DAK und Techniker Krankenkasse. Bei diesen Kassen sind die meisten Niedersachsen versichert.

Beitragssätze und Leistungen von Krankenkassen

AOK: 15,4 Prozent. Die Kasse bietet zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen für Schwangere, Osteopathie und professionelle Zahnreinigung. Versicherte bekommen die entstandenen Kosten in Höhe von 80 Prozent je Rechnung erstattet. Der Erstattungsbetrag für alle Mehrleistungen ist auf insgesamt 250 Euro je Kalenderjahr und Versicherten begrenzt. 

TK: 15,6 Prozent. Die Kasse bietet Haushaltshilfen für Eltern und Singles mit Kindern bis 14 Jahren, sportmedizinische Untersuchungen, Reiseimpfungen und alternative Arzneimittel. Die Zuzahlungen dafür sind unterschiedlich. Ihren Zuschuss für Osteopathie hat die Kasse auf 120 Euro im Jahr verringert. Die Vergünstigung für eine professionelle Zahnreinigung wurde gestrichen. 

Barmer GEK: 15,7 Prozent. Die Krankenkasse bietet zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen für Kinder und Jugendliche, ein kostenloses Hautscreening, Hebammenrufbereitschaft und Darmkrebsvorsorge. Direkte Zuschüsse für Homöopathie und Zahnreinigung gibt es inzwischen nicht mehr. Für Reiseimpfungen gibt es von der Barmer einen Zuschuss von 100 Euro.

KKH: 15,8 Prozent. Die zusätzlichen Leistungen der KKH reichen von einer Babykasse für Früherkennungsmaßnahmen in der Schwangerschaft und der frühzeitigen Diagnose von Säuglingskrankheiten bis hin zur anteiligen Kostenübernahme der Hebammenrufbereitschaft und den zusätzlichen Früherkennungsuntersuchungen für Kinder und Jugendliche.

DAK: 16,1 Prozent. Zu den Extraleistungen der Kasse gehört unter anderem ein besonderes Vorsorgeprogramm für Schwangere und Kinder und die Kostenübernahme für künstliche Befruchtung. Die Zuschüsse für Reiseimpfungen, Osteopathie, Zahnreinigung und Hautkrebsvorsorge betragen inzwischen für zwei Maßnahmen maximal 120 Euro.

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