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Erdgasindustrie fordert Fracking

Gesetz Erdgasindustrie fordert Fracking

Die deutsche Erdöl- und Erdgasindustrie will nicht länger warten: Der Gesetzgeber müsse jetzt nach jahrelangem Stillstand endlich das geplante Gesetz zum Fracking in Kraft setzen, fordert ihr Verband WEG.

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Auch Bohrfirmen sind betroffen: Allein im Raum Celle sind im vergangenen Jahr 1000 Jobs in der Branche durch den Stillstand verloren gegangen. Foto: dpa

Quelle: Deutsche Rohstoff Ag

Hannover. Andernfalls drohe dem Wirtschaftszweig irreparabler Schaden. Besonders stark betroffen wäre Niedersachsen - speziell die Region Celle. Die Branche malt den Verlust von Tausenden Arbeitsplätzen sowie große Einbußen für die Staatskasse an die Wand.

„Wir haben einen Zustand erreicht, an dem es ans Eingemachte geht“, sagte der Vorsitzende des Wirtschaftsverbands Erdöl- und Erdgasgewinnung (WEG), Gernot Kalkoffen, am Dienstag in Hannover. Ohne die Fracking genannte Methode zur Erschließung von neuen Gasvorkommen habe die inländische Gasförderung keine Zukunft mehr.

Nach den Zahlen des Verbandes ist die inländische Erdgasförderung im vergangenen Jahr weiter geschrumpft - 2015 wurden noch 8,6 Milliarden Kubikmeter gefördert, fast 7 Prozent weniger als im Vorjahr. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Förderung demnach halbiert. Der weitaus größte Teil des Gases (97 Prozent) strömt aus Vorkommen in Niedersachsen, wovon das Land auch in Form der Förderabgabe profitiert. Diese brachte im vergangenen Jahr rund 285 Millionen Euro in die Landeskasse. Das Minus von mehr als 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich aus der geringeren Menge und dem Preisrückgang beim Erdgas.

Laut Kalkoffen lässt sich ohne das von Umweltschützern attackierte Fracking nur noch ein kleiner Teil der potenziell nutzbaren Erdgasvorkommen in Deutschland erschließen. Wegen der Einwände der Umweltschützer hat die Industrie seit 2011 keinen Antrag auf Fracking mehr bei den zuständigen Behörden gestellt - und wartet auf eine gesetzliche Grundlage, die es wieder unter strengen Bedingungen erlaubt. Laut Kalkoffen geht der von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und Umweltministerin Barbara Hendricks (ebenfalls SPD) im Frühjahr 2015 vorgelegte Gesetzentwurf bei den Auflagen zwar „hart an die Schmerzgrenze“, würde der Gasindustrie hierzulande aber endlich wieder Planungssicherheit geben.

Die Einwände gegen das Fracking sieht der Verband inzwischen durch mehrere seriöse Gutachten widerlegt. Gefahren für das Grundwasser seien ausgeschlossen, zumal man auch die Technologie verbessert habe.

Besonders hart trifft der Stillstand die Dienstleister der Erdgasindustrie wie zum Beispiel Bohrfirmen, die einen Schwerpunkt im Raum Celle haben. Nach Angaben von Detlev Doering, der innerhalb der WEG diesen Bereich vertritt, sind allein hier im vergangenen Jahr rund 1000 Jobs verloren gegangen, weil die Bohrfirmen kaum noch Aufträge aus dem Inland bekommen. Die Hoffnung, dass man die Krise mit Kurzarbeit überstehen könne, habe man aufgegeben. Die Mitarbeiter müssten zudem teilweise gravierende Einkommenseinbußen hinnehmen. Die Zahl der Bohranlagen sei vergangenes Jahr von 30 auf 26 geschrumpft, sie seien im Schnitt nur noch zu 30 Prozent ausgelastet. Nach Angaben von Doering hängt im Raum Celle direkt und indirekt etwa ein Viertel der insgesamt 36 000 Arbeitsplätze an der Öl- und Gasindustrie.

Die Gasproduzenten drängen auch deshalb zur Eile, weil das Potenzial an förderbarem Erdgas Jahr für Jahr durch geologische Vorgänge schrumpft. Es sei durch die mehr als vierjährige Verzögerung schon um 15 Prozent gesunken - was allein für das Land Niedersachsen eine Milliarde Euro Verlust an Förderabgaben bedeute.

Methode wird seit Jahrzehnten angewandt

Der Begriff Fracking steht für Hydraulic Fracturing. Dabei handelt es sich um ein Verfahren, mit dessen Hilfe man leichter an Bodenschätze in der Tiefe herankommt. Eine Wasser-Sand-Mischung wird unter hohem Druck durch ein Bohrloch in die Öl- oder Gas-Lagerstätte gepresst. Die dadurch entstehenden oder vergrößerten Risse im Gestein ermöglichen eine wesentlich bessere Gewinnung der Rohstoffe.

Schon seit Jahrzehnten wird Fracking von der Öl- und Gasindustrie genutzt, hat jedoch in den vergangenen Jahren vor allem in den USA erheblich an Bedeutung gewonnen – was Umweltschützer stark kritisieren. Sie warnen vor allem vor Risiken für das Grundwasser, aber auch vor der dadurch ausgelösten Erdbebengefahr.

In Deutschland will die Bundesregierung das Fracking nach jahrelanger Diskussion unter strengen Auflagen weiter ermöglichen. Ein entsprechender Gesetzentwurf wurde bereits Anfang April 2015 vom Bundeskabinett verabschiedet, ruht seitdem jedoch in der Schublade. Die Öl- und Gasindustrie fordert, dass das Gesetzgebungsverfahren noch im Sommer abgeschlossen wird. Wegen des Widerstandes hatte sich die Branche im Jahr 2011 ein Fracking-Moratorium auferlegt.

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