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Deutschland / Welt Ergo verschärft Verhaltensregeln nach Skandal-Party
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Ergo verschärft Verhaltensregeln nach Skandal-Party
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18:20 08.06.2011
Im Juni 2007 hatte der Strukturvertrieb der in der Ergo aufgegangenen Hamburg-Mannheimer eine Sex-Orgie mit rund 20 Prostituierten für seine 100 besten Vertreter organisiert. Quelle: dpa
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Düsseldorf

Die Ergo-Versicherungsgruppe hat als Konsequenz aus dem Sex-Skandal ihre Verhaltensregeln für Mitarbeiter und selbstständige Handelsvertreter verschärft. Das gab das Unternehmen am Mittwoch in Düsseldorf nach einer außerordentlichen Sitzung des Aufsichtsrats bekannt. Die Einheit zur Überwachung der Regeln werde künftig direkt dem Vorstandsvorsitzenden unterstellt sein. Ein Kontrolleur werde ausschließlich für die Vertriebsbereiche abgestellt. Außerdem sollen Mitarbeiter und Vertreter Missstände künftig anonym einer Hotline melden können.

Für selbstständige Vertriebler im Außendienst soll ein eigener Verhaltenkodex gelten. Außerdem werde es Vorgaben für künftige „Incentive-Reisen“ - Ausflüge zur Belohnung und Motivation - geben. „Ergo hat den Vorfall gründlich aufgearbeitet“, betonte der Aufsichtsratsvorsitzende Nikolaus von Bomhard. „Was 2007 in Budapest geschah, ist völlig inakzeptabel. Die heute beschlossenen Maßnahmen ergänzen die in den letzten Jahren bereits eingeführten Regelwerke. Sie sollen sicherstellen, dass sich so etwas nicht wiederholen wird“, erklärte Ergo-Vorstandschef Torsten Oletzky.

Im Juni 2007 hatte der Strukturvertrieb der in der Ergo aufgegangenen Hamburg-Mannheimer eine Sex-Orgie mit rund 20 Prostituierten für seine 100 besten Vertreter organisiert. Am 5. Juni 2007 war die traditionsreiche Gellert-Therme in Budapest dazu in ein Freiluftbordell verwandelt worden. Das Gelage fand im Rahmen einer Incentive-Reise statt. Der Sex-Skandal hatte in der Versicherungsbranche für massive Verstimmung gesorgt.

Arag-Chef Paul-Otto Faßbender sagte am Mittwoch in Düsseldorf, er sehe das Vertrauen in die Versicherungsbranche durch den Vorgang beschädigt. Bei der Arag könne so etwas schon deswegen nicht passieren, weil man dort bei Incentive-Reisen als Familienunternehmen die Ehefrauen und Lebenspartner mit einlade.

dpa

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