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Erhöht die Post erneut das Briefporto?

Erneuter Preissprung Erhöht die Post erneut das Briefporto?

Dreimal in drei Jahren hat die Deutsche Post das Briefporto angehoben – von 55 auf 58, auf 60 und dann auf 62 Cent. Macht ein Plus von fast 13 Prozent – und das in Zeiten, in denen die Inflation fast bei null liegt. Jetzt droht zum Ärger vieler Postkunden ein weiterer Preisaufschlag.

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Angeblich soll die Post bei der Bundesnetzagentur schon einen Antrag auf eine Erhöhung des Briefportos eingereicht haben.

Quelle: dpa

Bonn. Zwar hält sich der Bonner Konzern alle Optionen noch offen, doch in wenigen Wochen könnte die Richtung feststehen. Über die Pläne werde das Unternehmen seine Kunden frühzeitig informieren, sagt ein Postsprecher. Und das verheißt nichts Gutes.

„Die Post hat ein großes Interesse daran, dass die Porti steigen, und zwar nicht unerheblich“, sagt der Geschäftsführer des Bundesverbandes Paket & Express Logistik (BIEK), Marten Bosselmann. Der Verband, in dem die Postkonkurrenten organisiert sind, befürchtet, dass der Branchenprimus beim Briefporto erneut kräftig abkassiert. „Das Unternehmen verdient mit dem Brief extrem viel Geld und betreibt eine Quersubventionierung in den Paketbereich“, schimpft Bosselmann.

„Wir befürchten, dass die Post einen größeren Schritt unternimmt“

Angeblich soll die Post bei der Bundesnetzagentur schon einen Antrag auf eine Erhöhung eingereicht haben, heißt es beim Deutschen Verband für Post, Informationstechnologie und Telekommunikation (DVPT). Dort wird bereits über eine Anhebung des Portos für den Standardbrief auf 68 Cent bis 78 Cent spekuliert. Dies wäre dann ein weiteres Plus von 10 bis 25 Prozent. „Wir befürchten, dass die Post einen größeren Schritt unternimmt“, sagt der postpolitische Sprecher des DVPT und ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete, Elmar Müller. Einen Antrag auf Portoerhöhung könne das Unternehmen ohne eine Entscheidung der Bundesnetzagentur über die Rahmenbedingungen aber gar nicht stellen, hält ein Postsprecher dagegen.

Aber warum liegt das Thema überhaupt auf dem Tisch? Bisher hatten sich Preisanpassungen an einem Beschluss der Bundesnetzagentur aus dem Jahr 2013 orientiert. Darin wurden Zuschläge auf das Briefporto für mehrere Jahre gekappt. Festgesetzt wurde ein Wert, der sich aus der Differenz der Inflationsrate und einem unterstellten Produktivitätsfortschritt von 0,2 Prozent ergibt.

Im April hat die Bundesregierung aber die Vorschriften für die Preisfestsetzung geändert, in der sogenannten Post-Entgeltregulierungsverordnung. Die Briefbeförderung ist personalintensiv, deshalb soll dem Unternehmen eine höhere Umsatzrendite zugestanden werden, heißt es zur Begründung. Darin sieht der DVPT eine Bevorzugung des Marktführers durch den Großaktionär Bund. Die Verordnung mache den Weg frei, um in noch kürzeren Zeitabständen noch größere Preissprünge durchzusetzen. Und für Müller steht nach drei Preisrunden ohnehin fest: „Die Post hat keinen Nachholbedarf mehr.“

von Peter Lessmann

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