Volltextsuche über das Angebot:

25°/ 15° Gewitter

Navigation:
EZB verschärft Kurs gegen Mini-Inflation

Leitzins bei 0,0 Prozent EZB verschärft Kurs gegen Mini-Inflation

Die niedrige Inflation macht Europas Währungshütern Sorge. Die EZB legt daher massiv nach. Noch höhere Strafzinsen sollen Banken zu mehr Krediten zwingen. Auch bei der Billiggeldflut ist kein Ende in Sicht.

Voriger Artikel
4000 Jobs stehen auf der Kippe
Nächster Artikel
Das sind die Folgen für den Verbraucher

Europas Währungshüter legen im Kampf gegen Mini-Inflation und Konjunkturschwäche massiv nach - zum zweiten Mal binnen drei Monaten. Die Währungshüter senkten den Leitzins am Donnerstag überraschend von 0,05 Prozent auf Null Prozent. Zudem müssen Banken wie erwartet künftig noch mehr Strafzinsen zahlen, wenn sie Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB) parken, statt Kredite an Unternehmen und Verbraucher zu vergeben. Auch die milliardenschweren Anleihenkäufe werden weiter ausgeweitet. Und es gibt neue Langfristkredite für Banken.

Seit einem Jahr steckt die EZB Monat für Monat 60 Milliarden Euro in den Kauf von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren. Die Maßnahme, die im Fachjargon "Quantitative Easing" oder kurz "QE" genannt wird, wurde erst im Dezember um ein halbes Jahr bis mindestens März 2017 verlängert. Ab April will die EZB nun monatlich 80 Milliarden Euro investieren. Zudem werden weitere Papiere in den Korb aufgenommen.

Nochmals verschärft wurde der Strafzins für Bankeinlagen. Statt 0,3 Prozent müssen Geschäftsbanken künftig 0,4 Prozent Zinsen zahlen, wenn sie Geld kurzzeitig bei der EZB parken. Mit dem negativen Einlagenzins wollen die Währungshüter die Kreditvergabe im Euroraum ankurbeln. Müssen Banken mehr für das Bunkern von Liquidität zahlen - so die Theorie - bringt sie das eher dazu, das Geld als Kredit an Verbraucher und Unternehmen weiterzureichen. Die Strafgebühr für Bankeinlagen ist umstritten. Ökonomen befürchten, dass Banken die Kosten auf ihre Kunden abwälzen könnten, statt mehr Kredite zu vergeben. Dadurch könnten Sparer, die bereits unter den Niedrigzinsen der EZB leiden, noch mehr in Mitleidenschaft gezogen werden.

Ab Juni wird die EZB den Banken im Euroraum weitere zielgerichtete Langfristkredite mit vier Jahren Laufzeit anbieten (TLTRO) - mit negativen Zinsen. Zuletzt war die Nachfrage nach solchen Krediten verhalten. Bislang kommt das viele billige Zentralbankgeld nicht im gewünschten Maß in der Wirtschaft an. Die Konjunktur im Euroraum erholt sich nur schleppend, die Inflation ist nach wie vor im Keller.

In Deutschland drückte der erneute Absturz der Ölpreise die jährliche Teuerungsrate im Februar nach vorläufigen Zahlen auf Null. Im Euroraum fielen die Verbraucherpreise in dem Monat erstmals seit einem halben Jahr sogar wieder: Die Inflationsrate ging auf minus 0,2 Prozent zurück. Das viele billige Geld soll auch die Inflation anheizen. Denn dauerhaft niedrige oder gar sinkende Preise gelten als Risiko für die Konjunktur. Unternehmen und Verbraucher könnten Anschaffungen aufschieben weil sie erwarten, dass es bald noch billiger wird. Die EZB strebt daher mittelfristig eine Teuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an - weit genug entfernt von der Nullmarke.

Dax reagiert auf EZB-Entscheidung

Derweil ist der Dax als Reaktion auf die expansivere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank am Donnerstag weiter nach oben geschossen. Der deutsche Leitindex nahm die Marke von 10 000 Punkten wieder ins Visier. Kurzzeitig war er nur noch rund 10 Punkte davon entfernt. Zuletzt gewann der Dax 2,61 Prozent auf 9977 Punkte.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
EZB senkt Leitzins
Die Europäische Zentralbank hat völlig überraschend den Leitzins auf 0,0 Prozent gesenkt. Die Geldpolitik der Notenbank hat auch Folgen für Verbraucher.

Die EZB senkt den Leitzins auf null Prozent, sie brummt den Banken auch höhere Strafzinsen dafür auf, dass diese Geld bei ihr parken. Welche Folgen hat diese Entscheidung für den Verbraucher? Eine Übersicht zu Bankgebühren, Dispozinsen, Tagesgeld und Sparbuch finden Sie hier.

mehr
Mehr aus Deutschland / Welt

Nach dem großen VW-Abgasskandal sind etwa 2,4 Millionen Kunden bundesweit von der gigantischen Rückrufaktion betroffen. Einer von ihnen ist HAZ-Redakteur Enno Janssen. In einer Serie berichtet er, wie es nun für ihn und die anderen Kunden wirklich weitergeht. mehr

Der Abgasskandal erschüttert den Volkswagen-Konzern. Lesen Sie hier alle Berichte und Hintergründe zur Diesel-Affäre. mehr

Aktienkurse regionaler Unternehmen

CEWE STIFT.KGAA... 60,62 -0,61%
CONTINENTAL 192,12 +0,28%
DELTICOM 15,53 -0,06%
HANNO. RÜCK 101,14 +0,51%
SALZGITTER 27,29 +1,53%
SARTORIUS AG... 242,08 -0,09%
SYMRISE 56,53 +0,43%
TALANX AG NA... 29,98 -0,20%
TUI 13,85 +0,41%
VOLKSWAGEN VZ 136,37 +0,74%
DAX
Chart
DAX 10.330,00 +0,42%
TecDAX 1.698,50 +0,49%
EUR/USD 1,1119 +0,04%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

RWE ST 12,08 +1,16%
DAIMLER 61,30 +1,12%
DT. POST 26,78 +0,83%
DT. BÖRSE 79,05 +0,06%
LINDE 133,75 +0,07%
BAYER 85,73 +0,14%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Access Fund Vermög GF 3.056,30%
Access Fund Vermög GF 2.934,24%
Access Fund Vermög GF 2.844,35%
Access Fund Vermög GF 2.673,67%
AXA IM Fixed Incom RF 187,66%

mehr