Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Die Rente mit 63 bringt
 Firmen zunehmend in Not
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Die Rente mit 63 bringt
 Firmen zunehmend in Not
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:00 04.04.2017
Von Jens Heitmann
Quelle: dpa (Symbolbild)
Anzeige
Hannover

Die Rente mit 63 verschärft nach Beobachtung der Unternehmen den Fachkräftemangel. Allein in der Metall- und Elektroindustrie seien seit der Einführung 2014 bis heute bundesweit mehr als 25.000 gut ausgebildete Arbeitnehmer verloren gegangen, teilte der Arbeitgeberverband Niedersachsen-Metall am Montag in Hannover mit. „Der Arbeitsmarkt kommt von beiden Seiten unter Druck“, sagte Hauptgeschäftsführer Volker Schmidt. „Vorne wird es immer schwieriger, junge, gut qualifizierte Mitarbeiter zu finden – und am oberen Ende schneiden wir uns durch politische Maßnahmen selbst ins Fleisch.“

Seit Juli 2014 können Beschäftigte, die 45 Jahre ihre Rentenversicherungsbeiträge bezahlt haben, schon ab 63 ohne Abschläge in den Ruhestand gehen. Im ersten halben Jahr gingen bei der Deutschen Rentenversicherung 206.000 entsprechende Anträge ein, 2015 waren es 247.000, und im vergangenen Jahr 241.000. Für die ersten Monate dieses Jahres liegen im Bund noch keine Zahlen vor – die Daten der Deutschen Rentenversicherung Braunschweig-Hannover deuten allerdings auf einen weiterhin starken Andrang hin: Die knapp 2200 Anträge liegen nur geringfügig unter Vorjahresniveau.

Nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft belastet der frühere Eintritt in den Ruhestand die Rentenversicherung 2017 mit 1,2 Milliarden Euro. Diese Belastung werde mit jedem Jahrgang steigen, der die abschlagsfreie Frührente in Anspruch nehme. Die von der Bundesregierung geschätzte Belastung von knapp 2   Milliarden Euro bis zum Jahr 2025 sei vor diesem Hintergrund „sehr optimistisch“, heißt es in einer aktuellen Studie.

Mitarbeiter scheiden früher aus als erwartet

Unmittelbar nach der Einführung der Rente mit 63 war bei jedem zehnten Betrieb mindestens ein Mitarbeiter früher ausgeschieden als vom Management erwartet. Mittlerweile machten schon in jedem zweiten Unternehmen Beschäftigte von der Regelung Gebrauch, heißt es in der jüngsten Personalleiterbefragung der Zeitarbeitsfirma Randstad.
In den vergangenen zehn Jahren sei der Anteil der über 63-Jährigen unter den Arbeitnehmern jedes Jahr um 4 bis 5 Prozent gestiegen, hieß es bei Niedersachsen-Metall. Nach der Einführung der Rente sei er erstmals wieder um 5  Prozent gesunken. Damit gehe Erfahrung verloren.

„Mit der Einführung der Rente mit 63 hat die Große Koalition den Fachkräftemangel ohne jede Not verschärft“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen, Volker Müller. Innerhalb der Landesregierung sieht man das anders. „Die Regelung, dass Menschen nach 45 Berufsjahren mit 63 in Rente gehen können, ist absolut richtig“, sagte Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD). Viele Menschen seien den psychischen und physischen Belastungen nicht mehr gewachsen. „Wichtig ist es, rechtzeitig für Nachwuchs zu sorgen.“     

Wer im Bistro der Deutschen Bahn seinen eigenen Kaffeebecher mitbringt, bekommt ab sofort einen Rabatt von 20 Cent. Allerdings hat der Konzern auch die Kaffeepreise erhöht – um 10 bis 20 Cent.

03.04.2017

Nicht nur einige Sparkassen, sondern auch viele Volks- und Raiffeisenbanken berechnen ihren Kunden Geld fürs Geldabheben. Das ergab eine Untersuchung. Demnach können je nach Kontomodell Gebühren von bis zu 0,60 Euro pro Geldabheben anfallen.

03.04.2017

Die untergegangene Drogeriemarktkette Schlecker war ein Branchenriese, in der Firmengründer Anton Schlecker das Sagen hatte. Er und sonst kaum jemand. Nun prüft das Gericht, ob Schlecker über das Logistikunternehmen LDG rechtswidrig Geld zu seinen Kindern geschafft hat – ihnen gehörte die Logistikfirma.

03.04.2017
Anzeige