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Stagnierendes Wachstum bei Handwerkern im Land

Trotz guter Auftragslage Stagnierendes Wachstum bei Handwerkern im Land

Die niedersächsischen Handwerksbetriebe sind mit ihrer wirtschaftlichen Lage zufrieden, die Auftragsbücher sind voll. Doch das Wachstum wird gebremst. Dafür sind sowohl der Mangel an Fachkräften als auch die übermäßige Bürokratie Schuld.

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Dank des Baubooms haben viele Handwerksbetriebe volle Auftragsbücher.

Quelle: dpa

Hannover. Dem niedersächsischen Handwerk geht es derzeit hervorragend. Die Auftragsbücher vieler Betriebe sind voll, sodass Kunden teilweise mit längeren Wartezeiten rechnen müssen. Trotz der guten wirtschaftlichen Lage drücken die Handwerker jedoch einige Sorgen, wie eine Umfrage des Niedersächsischen Handwerkstages (NHT) ergeben hat: Sie finden nicht genügend Fachkräfte und Lehrlinge, und die staatliche Bürokratie belastet sie immer stärker.
Mehr als 90 Prozent der befragten 540 Betriebe sprachen bei der Umfrage im Januar und Februar von einer guten oder befriedigenden Geschäftslage, teilte der neue NHT-Präsident, Mike Schneider, am Donnerstag mit. 85 Prozent rechnen demnach mit einer Fortsetzung der positiven Entwicklung, während nicht einmal ein Prozent eine deutliche Verschlechterung erwartet. Nach einem Umsatzplus in dem Wirtschaftszweig von 2,3 Prozent im vergangenen Jahr sagen die niedersächsischen Handwerkskammern für 2017 einen weiteren Anstieg um 1,7 Prozent auf 53,4 Milliarden Euro voraus.
Gebremst wird das Wachstum vom Fachkräftemangel. Firmen müssten deswegen teilweise „lukrative Aufträge“ ausschlagen, sagte Schneider. Der Markt für qualifizierte Handwerker „ist wie leer gefegt“. Deshalb werde die Beschäftigtenzahl der Betrieb auch bei etwa 528 000 stagnieren. Das Problem dürfte sich weiter verschärfen, da die Lehrlingszahlen weiter sinken. Angesichts der Fachkräfte-Misere setzten die befragten Betriebe das Thema Bildung auf Platz eins der Schwerpunkte, die die Politiker angehen müssten. Gemeint ist damit vor allem eine Stärkung der beruflichen Ausbildung. „Hohe Studierquoten sind isoliert kein Erfolgsindikator“, hob Schneider hervor. Es müsse vielmehr darum gehen, mehr Jugendliche für handwerkliche Berufe zu interessieren, wenn dies ihren Fähigkeiten eher entspreche als ein Studium.

Mehr Abiturienten im Handwerk

Erste Schritte seien in Niedersachsen bereits gemacht. So werde die Berufsorientierung an den Gymnasien des Landes eingeführt. Nach Angaben des Verbandes machen heute schon 11,3 Prozent der Abiturienten in Niedersachsen eine Handwerksausbildung. 2010 waren es erst 4,9 Prozent. Außerdem fordern die Handwerkskammern eine Änderung des Schulgesetzes, um Jugendliche einfacher in eine Ausbildung zu bringen, die von Hause aus nicht so gute Voraussetzungen mitbringen. Ein Problem dabei sei der Datenschutz: Er behindere die Weitergabe von Schülerakten an die staatlichen Vermittlungsagenturen und damit die Beratung der Jugendlichen.

Zu viel Bürokratie

Obwohl der Fachkräftemangel auf der Problem-Liste weit oben steht, nannten sogar noch etwas mehr Handwerker in der Umfrage die Bürokratie als größte Herausforderung. „Viele Betriebe fühlen sich drangsaliert von Dokumentations- und Nachweispflichten und Kontrollen und Vorgaben.“ Als Beispiele nannte der NHT-Präsident die – inzwischen wieder ausgesetzte – Verordnung zur Entsorgung bestimmter Dämmmaterialien, die vor allem Dachdeckerbetriebe im vergangenen Herbst in die Klemme gebracht hatte.
Hart ins Gericht ging Schneider, selbst Inhaber eines deutschlandweit tätigen Gebäudereinigungsunternehmens, auch mit der neuen Tourismusabgabe in Niedersachsen. Sie treffe Handwerksbetriebe wie Bäcker, Friseure oder Baugeschäfte in vielen Orten „wie eine zweite Gewerbesteuer“ und sei mit viel bürokratischem Aufwand verbunden. Kommunen, in denen der Tourismus eine große Rolle spielt, können jetzt eine solche Abgabe erheben.

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