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Dieselfahrer profitieren besonders

Fall der Ölpreise Dieselfahrer profitieren besonders

Öl erlebt einen neuen Boom. Während Klimaschützer und -politiker den Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen fordern, wird so viel Öl gefördert und verbrannt wie noch nie. Wegen der hohen Fördermenge sinken die Preise – die Verbraucher freut´s.

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Vom Fall der Ölpreise profitieren die Verbraucher.

Hamburg. Tag für Tag werden nach einer Prognose der US-Energiebehörde EIA in diesem Jahr 93,6 Millionen Barrel (je 159 Liter) Öl verbraucht. Die Produktion liegt mit 95,7 Millionen Barrel auf einem Rekordniveau - und deutlich höher als die Nachfrage. „Die Überversorgung des Ölmarktes ist zu einer Ölschwemme geraten“, hieß es am Freitag beim Marktbeobachter Tecson aus der Nähe von Kiel.

Folglich fallen die Ölpreise auf immer neue Tiefstände. Die Nordsee-Sorte Brent steht bei 46 Dollar und damit auf dem Niveau vom Frühjahr 2009. Damals war der Ölpreis wegen der Finanz- und Wirtschaftskrise steil abgestürzt. Ein paar Dollar fehlen noch, dann sind die Ölpreise wieder auf dem Stand der Jahre 2004 oder 2005 angekommen. Davon profitieren auch die Verbraucher in Deutschland - allerdings nicht alle in gleichem Maße.

Übersicht

Öl : Wer seine vier Wände mit Öl beheizt, kann sich freuen. 100 Liter Heizöl kosten derzeit - bei Abnahme von 3000 Litern - im Durchschnitt 54,50 Euro. Vor einem Jahr betrug der Preis noch um die 80 Euro. Damit liegen für Mieter deutliche Rückerstattungen bei der nächsten Abrechnung der Nebenkosten drin.

Gas : Früher war Erdgas an den Ölpreis gekoppelt - das gilt heute nicht mehr. Die Preise an den Spotmärkten sind zwar ebenfalls gesunken, doch die Versorger geben das noch nicht oder nur zum Teil an ihre Kunden weiter.

Diesel : Ein Liter Diesel kostet aktuell ungefähr 1,13 Euro - auch damit im langfristigen Vergleich eher wenig. Dass der Dieselpreis nicht noch tiefer gesunken ist, liegt vor allem am schwachen Euro. Er verteuert alle Einfuhren, auch die von Öl.

Benzin : Vor einer besonderen Situation stehen hingegen die Besitzer von Benzinern. Der Preis für einen Liter Superbenzin E10 ist zwar auch auf 1,38 Euro je Liter gefallen - er liegt aber deutlich höher als beim diesjährigen Tiefpunkt im Januar mit 1,26 Euro und um beachtliche 25 Cent über dem Dieselpreis. „Wir erleben einen großen Nachfragesog aus den USA“, sagt Prof. Christian Küchen, Hauptgeschäftsführer des Mineralölwirtschaftsverbandes. In den USA hat sich das Benzin für die Verbraucher viel stärker verbilligt als in Europa, weil kaum Steuern darauf liegen, und es keine Währungseinflüsse gibt.

Raffinerien : Das Benzin dafür kommt zum Teil aus Europa und lässt bei den Raffinerien die Kassen klingeln. Der Energie-Informationsdienst EID ermittelte für eine deutsche Muster-Raffinerie eine Marge von mehr als 106 Euro je Tonne - so viel wie noch nie seit dem Beginn der Berechnungen vor 20 Jahren: „Die Margen schießen durch die Decke.“ Die Raffinerien hätten sich „vom Sorgenkind zum Goldesel gewandelt“.Dabei helfe ihnen die enorme Nachfrage nach Ottokraftstoffen aus Übersee. Wegen der Überkapazitäten in Europa hätten die hiesigen Raffinerien jahrelang kaum Gewinne gemacht, sagt Küchen.

Heizölkunden werden zu Spekulanten

Muster überholt: Für die Bestellung von Heizöl gab es lange ein klares Muster. Im Sommer waren die Preis vergleichsweise niedrig, weil dann wenig bestellt wurde. In dem Maße wie im Herbst die Temperaturen sanken, zogen dann die Preise an – und fielen oft im Dezember und Januar in die Tiefe, weil bei vielen Eigenheimbesitzern dann die Tanks noch voll waren. Von diesen alten Gewissheiten ist heute nicht mehr viel übrig; selbst Fachleute tun sich schwer, Preistrends abzuschätzen. Die Kunden müssen also notgedrungen spekulieren: Wer noch einen gut gefüllten Tank hat, kann sich inzwischen bei einigen Händlern auch eine Menge für später vorbestellen, um sich das heutige Preisniveau zu sichern. Allerdings werden dafür Aufschläge fällig – bezahlt macht sich das also nur, wenn die Ölpreise in der Zwischenzeit steigen. Danach sieht es derzeit nicht aus.

jen

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