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Landwirte ernten weniger Getreide

Fazit des Bauernverbands Landwirte ernten weniger Getreide

Zu wenig Sonne, zu kleine Körner: Deutschlands Landwirte fahren derzeit eine deutlich schlechtere Getreideernte ein als im vergangenen Jahr. Die Mengen beim Getreide seien wegen des schlechten Wetters deutlich geringer als im Vorjahr - je nach Region etwa 10 bis 20 Prozent.

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Die Getreideernte ist bisher ernüchternd.

Quelle: dpa

Berlin. „Wir sind schon ein bisschen ernüchtert und enttäuscht über das, was wir bisher ernten konnten“, sagte Udo Hemmerling als stellvertretender Generalsekretär des Bauernverbands der Deutschen Presse-Agentur. Die Sonne habe zu wenig geschienen, vor allem im Süden habe der Regen Schäden angerichtet. Gerste und Raps seien bereits weitgehend abgeerntet. Beim Weizen stehe noch gut ein Drittel auf den Feldern.

„In diesem Jahr sind die Körner kleiner“, sagte Hemmerling. So brauche man mehr Körner als sonst, um eine entsprechende Menge Mehl zu bekommen. Verbraucher bekommen von der geringeren Erntemenge nach seiner Einschätzung aber wenig mit: Der Großteil des Getreides - etwa 60 bis 70 Prozent - werde nämlich als Viehfutter verwendet. 30 Prozent würden zu Backwaren verarbeitet, der Rest werde etwa zur Herstellung anderer Produkte wie Stärke genutzt oder gehe zu einem kleinen Teil in Biokraftstoffe.

Im vergangenen Jahr hatten die Landwirte nach Angaben des Statistischen Bundesamtes rund 48,8 Millionen Tonnen Getreide einschließlich Mais geerntet. Die wichtigste Getreideart ist dabei der Weizen - knapp 26,5 Millionen Tonnen holten die Bauern im vergangenen Jahr ein.

Niedersächsische Landwirte konnten in diesem Jahr bei den Frühkartoffeln eine zufriedenstellende Ernte einfahren. Anders als in den süddeutschen Anbaugebieten hätten die Saatkartoffeln im Februar ohne wetterbedingte Unterbrechungen ausgepflanzt werden können, teilte das Landvolk in Hannover mit. Doch habe dann das kalte, trockene und windige Frühjahr den Vorsprung im Norden fast zunichte gemacht. Die Ernte endete am 10. August.

Bei der bundesweiten Vermarktung gebe es trotz guter Qualität ein Problem, hieß es. Einige Supermärkte und auch Discounter setzten verstärkt auf regionale Ware. Wo dies nicht der Fall ist, konkurrieren die niedersächsischen Frühkartoffeln mit denen aus Israel, Ägypten oder Spanien. Außerdem würden immer weniger frische Kartoffeln gegessen. Verarbeitete Produkte wie Kartoffelbrei aus der Tüte oder Pommes frites seien leichter zuzubereiten. Die im Raum Hannover/Burgdorf entstandene Erzeugergemeinschaft empfehle den Landwirten deshalb, den Anbau von Frühkartoffeln zu überdenken.

Von Julia Kilian

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