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Fernbusse fahren bald im Linienverkehr

Kabinett beschließt Freigabe Fernbusse fahren bald im Linienverkehr

In der deutschen Busbranche herrscht Euphorie: „Jetzt kann es endlich losgehen“, sagt Michael Svedek, Manager der Deutschen Touring, einem der größten Busunternehmen Deutschlands. „Wir haben die Pläne für ein flächendeckendes Fernbusliniennetz in Deutschland schon in der Schublade.“

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In der deutschen Busbranche herrscht Euphorie.

Quelle: dpa

Hannover/Berlin. In dem Unternehmen mit Sitz in Frankfurt und Niederlassungen in Hannover und anderen Großstädten, das Verbindungen in 34 Länder Europas anbietet, schätzt man das Marktvolumen auf bis zu eine Milliarde Euro.

Auch bei anderen Busunternehmen herrscht Aufbruchstimmung. Derzeit seien viele Unternehmen aktiv und sondierten den Markt, sagt Bernward Franzky, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN). Er glaubt, „dass wir einen neuen Bus-Hype erleben werden“.

Bisher war es verboten, im Fernverkehr neben der Eisenbahn auch Buslinien zu betreiben. Regelmäßige Busverbindungen zwischen deutschen Großstädten gab es nur in Ausnahmefällen, etwa von und nach Berlin – einem Überbleibsel aus der Zeit der Teilung. Das soll nun gestrichen werden.

Das Bundeskabinett hat eine weitgehende Freigabe des innerdeutschen Buslinienverkehrs beschlossen. Auf eine Gesetzesänderung hatten sich Union und FDP bereits im Koalitionsvertrag geeinigt. Die Neuregelung aus dem Haus von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) soll im Herbst Bundestag und Bundesrat passieren und möglichst zu Jahresbeginn 2012 in Kraft treten.

Die Änderung des „Personenbeförderungsgesetzes“ braucht die Zustimmung der Länderkammer, da sie den Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) berührt. Um den meist mit Steuermitteln unterstützen ÖPNV zu schützen, müssen Fernbushaltestellen mindestens 50 Kilometer voneinander entfernt sein.

„Wir erwarten, dass sich der Markt für Fernbuslinien in Deutschland gut entwickeln wird und neue, attraktive und preisgünstige Verbindungen angeboten werden“, sagte Staatssekretär Klaus-Dieter Scheurle.

Die Deutsche Touring will die großen deutschen Städte in einem eigenen Fernbusliniennetz miteinander verbinden. Bis zu 40 Busse sollen täglich auf bis zu zwölf Linien verkehren. „Wir werden aber zunächst mit etwa sechs Linien starten“, sagte Svedek. Man müsse das Interesse der Fahrgäste abwarten, denn Erfahrungen gebe es nicht. Klar ist allerdings, dass das Reisen mit Bussen wesentlich günstiger sein wird als eine Fahrt mit der Bahn. „Je nach Fahrgastaufkommen wird der Fahrpreis im Schnitt 30 Prozent unter den Zugtarifen liegen“, sagt Christiane Leonard, Hauptgeschäftsführerin vom Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer. Die Deutsche Touring will bis zu 50 Prozent günstiger sein als die Bahn und zudem Kampfpreise von 9 Euro bei früher Buchung anbieten.

Ob und wie stark dieses neue Angebot der Bahn Kunden abspenstig machen wird, ist nach Meinung von Klaus-Dieter Scheurle aus dem Bundesverkehrsministerium noch offen. Er rechnet damit, dass vor allem Nutzer der Mitfahrangebote im Internet umsteigen werden, da Fernbusreisen ähnlich günstig seien.

Welche Chancen kleine Busunternehmen in dem neuen Markt haben werden, ist offen. „Die Großen werden das Geschäft unter sich aufteilen“, glaubt Uwe Prehn vom kleinen hannoverschen Busunternehmen Mommeyer. Man überlege aber, ob es Möglichkeiten gebe, im kleinen Rahmen mit einzusteigen. Die meisten mittelständischen Unternehmen würden aber wohl nicht ins Fernbusgeschäft einsteigen, sagt Bernward Franzky vom GVN: „Um ein Liniennetz aufzubauen sind viele Busse und großes Kapital nötig.“ Regelmäßige Verbindungen etwa von Hannover zur Küste, in umliegende Großstädte wie Hamburg oder Bremen oder in Studentenstädte wie Göttingen seien aber durchaus denkbar.

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