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Deutschland / Welt Steht auch der Postbus vor dem Aus?
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Steht auch der Postbus vor dem Aus?
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00:17 08.10.2014
Von Stefan Winter
Fährt hohe Verluste ein: der Postbus. Quelle: dpa
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München

Unter anderem mit der Deutschen Bahn habe es bereits Gespräche gegeben. Eine Grundsatzentscheidung soll dem Vernehmen nach in den nächsten Wochen fallen.

Seit der Markt für Fernbusse Anfang 2013 freigegeben wurde, wächst das Geschäft rapide – aber die Zahl der Anbieter wuchs schneller. So herrscht heftiger Preiskampf, nach Angaben aus Branchenkreisen macht derzeit kein Anbieter Gewinn. Mit City2City hat das erste Unternehmen bereits seinen Rückzug angekündigt. Der Postbus, der jeweils zur Hälfte Post und ADAC gehört, steuert nach Angaben von Insidern auf einen Jahresverlust von mehreren Millionen Euro zu. „Der ist defizitär und wird es bleiben“, heißt es.

Im Autoklub entwickelt man nach dem Skandal um den „Goldenen Engel“ gerade ein neues Leitbild und muss klären, welche Geschäfte dort künftig noch hineinpassen. Der Plan einer eigenen Werkstattkette wurde bereits gekippt, zum Fernbus gibt es zwei Strömungen: Eine Gruppe plädiert – auch um den Preis des Imageschadens – für den Ausstieg. Andere wollen den Fernbus als „innovatives Mobilitätsangebot“ weiter pflegen und Klubmitglieder besonders günstig fahren lassen. Offiziell heißt es beim ADAC lediglich: „Natürlich schaut man, wie das läuft.“ Die Post will um den Jahreswechsel über die Strategie entscheiden.

Der Postbus hat sein Streckennetz gerade erst deutlich erweitert, doch zusätzliche Marktanteile brachte das nach Angaben aus Branchenkreisen nicht. Weit vorn liegt nach Angaben der Iges-Marktforschung MeinFernbus mit 45 Prozent, gefolgt von Flixbus (23 Prozent), der Deutschen Bahn (12 Prozent) und dem ADAC Postbus mit 8 Prozent.

Die Bahn gilt als möglicher Partner für den Postbus, mehrere Kontakte hat es bereits gegeben. Der Bahn machen die Fernbusse zunehmend Konkurrenz, während sie sich mit ihren eigenen Linien BerlinLinienBus und IC Bus darauf konzentriert, Lücken im Gleisnetz zu schließen. Zu den künftigen Plänen hält sich eine Bahn-Sprecherin bedeckt, „Kooperationen sind nicht ausgeschlossen.“

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