Volltextsuche über das Angebot:

24 ° / 16 ° wolkig

Navigation:
Finanzinvestoren stehen vor Stada-Übernahme

Arzneimittelhersteller Finanzinvestoren stehen vor Stada-Übernahme

Cinven und Bain Capital bieten 5,3 Milliarden Euro für Arzneimittelhersteller, der künftig mehr auf das Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten setzt

Voriger Artikel
Aldi eröffnet Bistro in Köln
Nächster Artikel
Tesla ist jetzt der wertvollste US-Autobauer

Das „attraktivste Angebot“: Der Arzneimittelhersteller Stada soll an zwei Finanzinvestoren gehen - wenn die Aktionäre zustimmen.

Quelle: Stadt

Bad Vilbel. Die Finanzinvestoren Bain Capital und Cinven haben den zähen Bieterwettbewerb um den Arzneimittelhersteller Stada für sich entschieden. Das Konsortium legte beim Preis kräftig nach und setzte sich so gegen das konkurrierende Bieterbündnis aus Permira und Advent durch, wie der Konzern am Montag mitteilte. Das Angebot von Bain Capital und Cinven sei das „attraktivste“ gewesen, sagte Stada-Chef Matthias Wiedenfels.

Aktienkurs legt zu

Laut Übernahmeangebot bieten Bain Capital und Cinven für den Hersteller von Nachahmer-Medikamenten und Markenprodukten wie Grippostad insgesamt 66 Euro je Aktie. Dies liegt deutlich über den jüngsten Offerten. Das neue Angebot bewertet Stada mit 5,3 Milliarden Euro einschließlich der Schulden von gut 1,1 Milliarden Euro. Damit hat der Konzern den Preis gemessen an den ersten Offerten zu Beginn des Ringens im Februar um 750 Millionen Euro hochgetrieben. Stada-Aktien gewannen am Montag bis zu 11 Prozent an Wert.

Stada hat unruhige Monate hinter sich. Mitte vergangenen Jahres hatte der als aggressiv bekannte Investor Active Ownership Capital (AOC) die damalige Unternehmensführung hart attackiert - von einer falschen Strategie war die Rede und von „Gehaltsexzessen und Vetternwirtschaft“ im Aufsichtsrat. Bei der Hauptversammlung im August stürzten die Aktionäre den Chef des Kontrollgremiums und blockierten neue Vorstandsboni. Wenige Tage später hatte Stada einen neuen Vorstand, einen ebenfalls neuen Aufsichtsrat - und eine neue strategische Ausrichtung: Künftig soll vor allem das Geschäft mit nicht rezeptpflichtigen Markenprodukten wie Grippostad oder dem Sonnenschutzmittel Ladival wachsen.

Nach dem Einstieg von AOC galt Stada wieder als akuter Übernahmekandidat. Um das 1895 als Genossenschaft der Apotheker in Dresden gegründete Unternehmen hatte es schon mehrfach Spekulationen gegeben - bisher hatten sie sich immer in Luft aufgelöst. Dieses Mal wurde es jedoch ernst: Mit Advent und Permira sowie Bain Capital und Cinven eröffneten zwei Konsortien das Bieterrennen.

Lange hatten Konzerne wie Stada mit Wirkstoffen Erfolg, deren Patentschutz abgelaufen war. Die Geschäfte mit Nachahmer-Medikamenten laufen allerdings nicht mehr so rund, weil Krankenkassen und andere Kostenträger heute stärker auf die Preise schauen. Deshalb stehen bei Generikaherstellern inzwischen vor allem die Markenprodukte im Fokus - sie versprechen mehr Wachstum und stabilere Erträge.

Übernahmewelle rollt

Die Branche konsolidiert sich: Bayer hat die Marken-Sparte von Merck und Co. übernommen, Sanofi den Bereich Selbstmedikation von Boehringer Ingelheim - Novartis und Glaxo-Smithkline bündelten ihr Markengeschäft in einem Gemeinschaftsunternehmen.

Ob Bain Capital und Cinven bei Stada zum Zug kommen, ist noch nicht sicher. Damit die Offerte greift, müssen die Aktionäre den beiden Investoren mindestens 75 Prozent der Papiere zum Kauf anbieten. Zudem könnten weitere Interessenten neue Angebote vorlegen - angesichts der hohen Offerte gilt das als unwahrscheinlich.

Von Alexander Sturm und Jens Heitmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Deutschland / Welt

Der Abgasskandal erschüttert den Volkswagen-Konzern. Lesen Sie hier alle Berichte und Hintergründe zur Diesel-Affäre. mehr

Aktienkurse regionaler Unternehmen

VOLKSWAGEN VZ 130,45 +0,73%
CONTINENTAL 193,33 +1,85%
TUI 14,52 +0,52%
SALZGITTER 37,46 -0,56%
HANNO. RÜCK 105,77 +0,64%
SYMRISE 61,71 +1,64%
TALANX AG NA... 35,55 -0,04%
SARTORIUS AG... 83,48 +1,05%
CEWE STIFT.KGAA... 73,56 -1,45%
DELTICOM 13,83 +0,60%
DAX
Chart
DAX 12.258,00 +0,66%
TecDAX 2.265,25 +0,39%
EUR/USD 1,1725 -0,09%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

RWE ST 20,18 +2,70%
SIEMENS 112,57 +2,20%
CONTINENTAL 193,33 +1,85%
DT. TELEKOM 15,62 -0,69%
Henkel VZ 112,98 -0,46%
DT. BANK 14,57 -0,36%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Structured Solutio AF 125,26%
Crocodile Capital MF 102,07%
Allianz Global Inv AF 99,51%
Apus Capital Reval AF 89,18%
WSS-Europa AF 87,66%

mehr