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Flughafen Hahn an Chinesen verkauft

Shanghai Yiqian Trading Company Flughafen Hahn an Chinesen verkauft

Die chinesische Shanghai Yiqian Trading Company übernimmt den kriselnde Flughafen Hahn in Rheinland-Pfalz. Bisher gehörte der Airport zum Großteil dem Bundesland sowie zu einem kleineren Teil Hessen. Trotz des Verkaufs kann aber weiter Steuergeld fließen.

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Verkauft: Der Flughafen Hahn.

Quelle: dpa/Archiv

Frankfurt. Der verschuldete Regionalflughafen Hahn geht an die chinesische Shanghai Yiqian Trading Company. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Montag. Der für Infrastruktur zuständige rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) wollte an dem ehemaligen US-Fliegerhorst im Hunsrück über Details des Verkaufes informieren. Die chinesische Firma ist in der Logistik und Bauindustrie tätig und hat nach eigener Aussage enge Kontakte zur Luftfahrt.

Der SPD-Politiker hatte in einer Betriebsversammlung die Hahn-Mitarbeiter über den Verkauf informiert. Sie sollen sich erleichtert gezeigt haben, dass die Ungewissheit über einen Käufer ein Ende gefunden habe.

Der Airport gehörte bisher zu 82,5 Prozent Rheinland-Pfalz und zu 17,5 Prozent Hessen. Der Landtag Rheinland-Pfalz muss dem Anteilsverkauf noch zustimmen. Das Land Hessen verhandelt noch über den Verkauf seiner Anteile. Dem Vernehmen nach geht es um denselben chinesischen Investor.

Der Airport Hahn ist nicht der einzige, an dem chinesische Unternehmen Interesse haben: Der Regionalflughafen Schwerin-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern ging 2007 an einen chinesischen Investor.

Der Hunsrück-Flughafen Hahn mit Ryanair als wichtigstem Anbieter steckt seit Jahren in den roten Zahlen. Für dieses Jahr wird bisher ein Defizit von rund 16 Millionen Euro erwartet. Dabei macht vor allem die Fracht Sorgen: Das Frachtvolumen sank 2015 um 39,9 Prozent auf 79 700 Tonnen. Die Zahl der Passagiere stieg dagegen nach jahrelangem Rückgang 2015 wieder um 9 Prozent gegenüber dem vorangegangen Jahr auf etwa 2,67 Millionen.

Der Flughafen wird voraussichtlich weiter mit Steuergeld unterstützt. In Absprache mit der EU-Kommission und dem Käufer könnten nach Angaben des rheinland-pfälzischen Innenministeriums bis zum Jahr 2024 Betriebsbeihilfen bis zu 25,3 Millionen Euro fließen. An Investitionsbeihilfen sind bis zu 22,6 Millionen Euro zulässig, aber nur als maximal 50-prozentiger Zuschuss zu Investitionen des Käufers. Außerdem kann das Land jedes Jahr Sicherheitskosten übernehmen, das kann bis zu drei Millionen Euro ausmachen.

CDU-Oppositionschefin Julia Klöckner zeigte sich verärgert darüber, dass ihre Fraktion erst über den Verkauf informiert worden sei, als Medien schon darüber berichteten. "Das ist keine Grundlage für eine konstruktive Zusammenarbeit", schrieb sie an Lewentz. Er ist weiter für Infrastruktur zuständig, für Verkehr dagegen FDP-Minister Volker Wissing.

Das Land Hessen hat sich nach einer Vereinbarung mit Rheinland-Pfalz nicht mit eigenen Landesmitteln an dem angeschlagenen Flughafen beteiligt und will das auch künftig nicht tun. Hessen ist optimistisch, dass es seinen Anteil von 17,5 Prozent bald verkaufen wird. "Wir sind auf der Zielgeraden", sagte ein Sprecher des Finanzministeriums in Wiesbaden am Montag. Ein paar Fragen müssten noch geklärt werden. In Hessen müssen dem Verkauf der Anteile das Kabinett und der Haushaltsausschuss des Landtags zustimmen. Die nächste Sitzung dieses Gremiums ist für Mittwoch kommender Woche (15.6.) anberaumt.

dpa

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