Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Den Niedrigzins einfrieren

Im Fokus Den Niedrigzins einfrieren

Baugeld ist extrem billig – aber wie lange noch? Mit Forward-Darlehen lassen sich günstige Konditionen sichern. Sie garantieren bestimmte Kreditkonditionen im Voraus und lassen damit alle ruhiger schlafen, die in absehbarer Zeit mit steigenden Zinsen rechnen.

Voriger Artikel
Nur Einheimische dürfen Sommerhäuser kaufen
Nächster Artikel
Hauptbahnhof Berlin droht die Totalsperrung

Symbolbild

Quelle: dpa

Hannover . So billig wie in den vergangenen Monaten war Baugeld selten zu bekommen. Doch was tut man, wenn die Finanzierung erst in einem, zwei oder drei Jahren ansteht? Vielleicht läuft dann erst die bestehende Hypothek aus, es muss noch Eigenkapital gesammelt werden, oder der passende Bauplatz ist noch nicht gefunden. Seit vor einigen Wochen Bewegung in die Zinsen kam und Hypotheken erstmals nach gefühlten Ewigkeiten wieder teurer wurden, werden angehende Bauherren kribbelig: Was, wenn die Zeit der Niedrigzinsen bald vorbei ist?

Die Unsicherheit hat offenbar einen Run auf sogenannte Forward-Darlehen ausgelöst. Sie garantieren bestimmte Kreditkonditionen im Voraus und lassen damit alle ruhiger schlafen, die in absehbarer Zeit mit steigenden Zinsen rechnen. Der Immobilienvermittler Dr. Klein & Co. nimmt für sich in Anspruch, diese Konstruktion vor knapp 20 Jahren erfunden zu haben. Ursprünglich war sie vor allem für Wohnungsunternehmen gedacht, doch mehr und mehr nutzen auch Privatleute das Instrument. Inzwischen gibt es Forward-Darlehen praktisch bei allen Finanzierern und Vermittlern.

Zinsprognosen sind ein Wagnis

Die EZB hält Kurs: Mit extrem niedrigen Zinsen will die Europäische Zentralbank die Spätfolgen der Finanz- und Schuldenkrise bewältigen. Entsprechend billig sind Darlehen zu bekommen, Hypotheken mit zehnjähriger Laufzeit gibt es für weniger als 2 Prozent. Der Schreck kam Ende April: Plötzlich wurde es turbulent an den Anleihemärkten. Mit diesen Papieren leihen sich Staaten und Unternehmen Geld, und je gefragter sie sind, desto weniger Zins muss das Land oder das Unternehmen den Anlegern zahlen, damit ihm Geld geliehen wird. Im Frühjahr drehte der Trend. Die Kurse fielen. Wer sich Geld leihen wollte, musste wieder höhere Zinsen zahlen. Auch Hypothekenkredite wurden in wenigen Wochen spürbar teurer. Die EZB hält die Zinsen weiter niedrig, während die US-Notenbank derzeit den Kurswechsel einleitet. Die weitere Entwicklung ist schwer vorauszusagen. Die meisten Experten sehen den Tiefpunkt der Zinsen erreicht, erwarten aber gerade bei langfristigen Krediten vorerst keinen rapiden Anstieg.

Dr. Klein vermittelt nach eigenen Angaben derzeit so viele wie seit zehn Jahren nicht mehr. Die Nachfrage sei innerhalb von zwei Monaten um zwei Drittel gestiegen, der Anteil an allen Krediten liege jetzt mit über 17 Prozent so hoch wie nie. Besonders drastisch reagieren die Profis: Bei Großkunden wie zum Beispiel Wohnungsunternehmen machten Forward-Darlehen im Juni 40 Prozent aller Kredite aus – im April seien es noch außergewöhnlich niedrige 4 Prozent gewesen. „Bisher Unentschlossene oder Umschulder sichern sich die noch immer niedrigen Zinskonditionen mit dieser Darlehensform jetzt für die Zukunft“, sagt Stephan Gawarecki, Vorstandssprecher bei Dr. Klein.

Doch die Sicherheit gibt es nicht umsonst. Jeder Monat, für den die Konditionen vorab festgeschrieben werden sollen, erhöht den Zinssatz bei zehn Jahren Kreditlaufzeit um 0,01 bis 0,03 Prozentpunkte. Ein, zwei Hundertstel – das klingt nach nichts, summiert sich aber mit der Zeit. Wer sich Konditionen für den Sommer 2017 sichern will, also 24 Monate wartet, zahlt rund einen halben Prozentpunkt mehr als aktuell verlangt wird. Forward-Darlehen kann man bis zu 60 Monate vor dem eigentlichen Kreditbeginn abschließen.

Das lohnt sich, wenn die Zinsen in der Zwischenzeit um mehr steigen als den Forward-Zuschlag. Der Kunde schließt also eine Wette auf die Zinsentwicklung der Zukunft. Steigen die Zinsen bis zum Stichtag nicht so deutlich, hat er einfach nur einen teuren Kreditvertrag unterschrieben, denn das Forward-Darlehen ist nicht einfach nur eine Option – es gilt.

Dies haben in jüngster Zeit viele Kunden bitter erfahren. Schon vor Jahren rieten Experten dazu, sich die damals bereits vergleichsweise niedrigen Zinsen zu sichern, doch es ging weiter abwärts. Viele Kreditnehmer hätten billiger abschließen können – saßen aber auf ihren verbindlichen Forward-Darlehen fest, die nur noch im Vergleich zu einer noch teureren Vergangenheit günstig waren. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich das wiederholt, ist allerdings gering. Viel weiter können die Zinsen beim jetzigen Niveau nicht mehr sinken.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Deutschland / Welt

Der Abgasskandal erschüttert den Volkswagen-Konzern. Lesen Sie hier alle Berichte und Hintergründe zur Diesel-Affäre. mehr

Aktienkurse regionaler Unternehmen

CEWE STIFT.KGAA... 79,26 -0,80%
CONTINENTAL 165,73 -0,39%
DELTICOM 16,30 -1,24%
HANNO. RÜCK 100,02 +1,00%
SALZGITTER 30,76 -1,03%
SARTORIUS AG... 68,75 -0,36%
SYMRISE 56,35 +1,28%
TALANX AG NA... 29,91 -0,02%
TUI 12,35 -0,80%
VOLKSWAGEN VZ 118,71 -0,43%
DAX
Chart
DAX 10.497,00 -0,35%
TecDAX 1.683,00 -0,75%
EUR/USD 1,0675 +0,14%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

FMC 72,60 +0,71%
DT. TELEKOM 14,69 +0,71%
BAYER 87,14 +0,62%
DT. BANK 14,75 -1,82%
LUFTHANSA 12,14 -0,47%
VOLKSWAGEN VZ 118,71 -0,43%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Bakersteel Global AF 158,73%
Structured Solutio AF 154,97%
Stabilitas PACIFIC AF 151,07%
AXA IM Fixed Incom RF 141,93%
Crocodile Capital MF 122,39%

mehr