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Was hat den Kursverfall ausgelöst?

Fragen und Antworten Was hat den Kursverfall ausgelöst?

Die Aktienkurse schienen nur eine Richtung zu kennen. Umso überraschender kommt jetzt die Wende. Anleger brauchen in den nächsten Wochen gute Nerven.  HAZ-Redakteur Stefan Winter beantwortet die wichtigsten Fragen rund um die Börsenachterbahn.

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Symbolbild

Quelle: dpa

Monatelang stiegen die Aktienmärkte scheinbar unaufhaltsam, jetzt haben sie den Rückwärtsgang eingelegt. Die Stimmung drehte ohne Vorwarnung.

Was hat den Kursverfall ausgelöst?
Die Rückschläge häufen sich, seit die Probleme Chinas immer deutlicher werden. Das riesige Land war jahrelang die wichtigste Lokomotive der Weltwirtschaft. Andere Zugpferde wie Brasilien oder Russland haben schon schlappgemacht. Die chinesische Wirtschaft wächst noch, aber nicht mehr stark genug, um wie bisher die Schwächen in anderen Ländern auszugleichen. Gleichzeitig fehlen gute Nachrichten aus anderen Bereichen, die Zwischenbilanzen der Unternehmen fielen durchwachsen aus. Weil die chinesische Führung einen unsicheren Eindruck im Krisenmanagement macht, herrscht große Nervosität. 

Wirken die Niedrigzinsen nicht mehr?
Die Europäische Zentralbank pumpt immer noch enorme Summen in die Märkte, wo sie in den vergangenen Monaten auch in Aktien angelegt wurden und die Kurse hochtrieben. Das eigentliche Ziel ist jedoch, mit dem Geld die europäische Wirtschaft anzukurbeln. An den Finanzmärkten dürften die EZB-Milliarden die Rückschläge lange verzögert haben.

Haben die Kursverluste Folgen für andere Geldanlagen?
In kapitalbildenden Lebensversicherungen spielen Aktien nur eine Nebenrolle. Allerdings haben diese Policen ohnehin schon Probleme mit der Niedrigzinspolitik, und diese wird sich bei unruhigen Finanzmärkten eher noch verlängern. Direkter wirken die Verluste bei Investmentfonds, die sich aus verschiedenen Aktien zusammensetzen. Allerdings haben sie in der ersten Jahreshälfte erheblich an Wert gewonnen  – jetzt schmelzen erst einmal diese Gewinne weg. Doch das Jahr ist noch lang, Prognosen für den Stand am 31. Dezember wagt derzeit niemand.

Sollte man Aktien oder Fonds jetzt verkaufen?
Das muss jeder Anleger für sich entscheiden, abhängig zum Beispiel vom Einstiegszeitpunkt und der angepeilten Anlagedauer. Generell sollten Privatanleger aber langfristig denken und Rückschläge auch einmal aussitzen – zumal es kaum lukrative Alternativen in der Geldanlage gibt. Das schnelle Geschäft können in jedem Fall die Profis besser und billiger. 

Sollte man Aktien oder Fonds jetzt kaufen?
Optimisten an den Börsen sprechen schon wieder vom Kaufen, denn eins gilt immer: Aktien kauft man nicht, wenn Dax-­Rekorde Schlagzeilen machen, sondern wenn Kurse niedrig sind. Nach gängigen Kriterien wie dem Kurs-Gewinn-Verhältnis sind viele Aktien im langfristigen Vergleich schon wieder relativ günstig. Mutige können also auf Einstiegsgelegenheiten warten, aber es gilt immer: In Aktien sollte man kein Geld stecken, das man zu einem bestimmten Zeitpunkt brauchen wird. Das Problem: Die Unsicherheit über die künftige Entwicklung ist jetzt sehr groß.

Was spricht für weitere Kursverluste?
Der Euro-Kurs ist zuletzt deutlich gestiegen, das bremst die Geschäfte der europäischen Exporteure. Die Maßnahmen der chinesischen Führung helfen vor allem der heimischen Wirtschaft – das macht den hiesigen Exporteuren das Leben zusätzlich schwer. Der größte Unsicherheitsfaktor ist aber die US-Notenbank. Sie hat eine Zinserhöhung angekündigt, erwartet wurde sie bisher im September, jetzt vermuten viele eine Verschiebung. Aus europäischer Sicht kann beides problematisch sein: Verschiebt die Fed die Zinserhöhung, bleibt der Euro relativ stark und bremst die Exporte. Erhöht die Fed die Zinsen früh, fließt das Kapital zunehmend in die USA  – und es fehlt hierzulande für Aufträge in der Industrie. 

Was spricht für eine Erholung?
Öl und andere Rohstoffe sind im Moment billig, das senkt die Kosten. Die Zinsen werden auf längere Sicht niedrig bleiben. Zudem scheint die europäische Wirtschaft auf dem Weg der Besserung zu sein.

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Aktienkurse regionaler Unternehmen

CEWE STIFT.KGAA... 81,65 -0,83%
CONTINENTAL 182,49 +0,26%
DELTICOM 17,76 -1,60%
HANNO. RÜCK 103,37 +0,17%
SALZGITTER 34,25 -2,47%
SARTORIUS AG... 70,18 +2,42%
SYMRISE 57,93 +3,89%
TALANX AG NA... 31,87 +1,04%
TUI 12,94 -1,36%
VOLKSWAGEN VZ 127,73 -0,29%
DAX
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DAX 11.217,50 +0,34%
TecDAX 1.753,50 +1,18%
EUR/USD 1,0548 -0,61%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

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FMC 77,20 +3,47%
FRESENIUS... 69,87 +2,31%
BEIERSDORF 78,43 +1,86%
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THYSSENKRUPP 23,48 -2,44%
INFINEON 16,20 -1,12%

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Fondsname FA Perf. 3J.
Stabilitas PACIFIC AF 164,92%
Structured Solutio AF 163,72%
Crocodile Capital MF 122,39%
Stabilitas GOLD+RE AF 112,08%
Fidelity Funds Glo AF 98,25%

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