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Mit 70 in Rente? Arbeitsagentur stößt eine neue Debatte an

BA-Chef Weise fordert Mit 70 in Rente? Arbeitsagentur stößt eine neue Debatte an

Union und Arbeitgeber plädieren beim Renteneintrittsalter schon lange für mehr Flexibilität nach oben – jetzt bekommen sie Unterstützung von der Bundesagentur für Arbeit (BA).

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Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit Frank-Jürgen Weise plädiert für die freiwillige Rente mit 70.

Quelle: Maurizio Gambarini

Berlin. Angesichts des Fachkräftemangels hat sich BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise für eine Rente mit 70 ausgesprochen – auf freiwilliger Basis. Es müsse zusätzliche Anreize geben, um eine Beschäftigung über das gesetzliche Rentenalter hinaus attraktiver zu machen.

„Flexible Ausstiege aus dem Erwerbsleben in Rente sind grundsätzlich ein gutes Modell“, sagte Weise der Zeitung „Die Welt“. Die Regierung habe den früheren Ausstieg mit der Rente mit 63 ermöglicht. „Man sollte nun auch Anreize dafür setzen, dass Arbeitnehmer, die fit sind, freiwillig bis 70 arbeiten können.“

Beim Reifenbauer Continental in Hannover können ältere Beschäftigte bereits länger arbeiten, wenn sie dies wollen, bestätigte gestern ein Unternehmenssprecher. Oftmals aber, so erläutern Experten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), hindern gesetzliche, tarifvertragliche oder betriebliche Regelungen ältere Arbeitnehmer daran, auch über die offizielle Altersgrenze hinaus ihrem Beruf nachzugehen. Nach Zahlen der Bundesagentur gingen Ende Juni 2014 knapp 173 000 Ältere zwischen 65 und 74 Jahren einer sozialversicherungspflichtigen Be­schäf­­­­tigung nach. Mehrere Hunderttausend ältere Menschen greifen zu Minijobs: 2012 waren es 812 000, die älter als 65 waren – 128 000 davon sogar älter als
74 Jahre.

Für Ältere gibt es unterschiedliche Motive, weiter ihren Beruf auszuüben. „Da gibt es jene, für die Arbeit eine zentrale Rolle im Leben spielt und bei denen die Trennung zwischen Arbeit und Privatleben eh schon immer fließend war“, erläuterte IAB-Experte Ulrich Walwei. Zunehmend spielten bei der Frage eines späteren Ruhestands auch private Gründe eine Rolle, etwa Kinder, die noch in der Ausbildung steckten. Wer sich dafür entscheide, länger zu arbeiten, solle später auch eine höhere Rente bekommen, fordert der CDU-Politiker Karl-Josef Laumann. „Wir wollen noch in diesem Jahr dafür sorgen, dass der flexible Übergang rentensteigernd wirkt“, sagte er.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) setzt zur Bekämpfung des Fachkräftemangels nicht allein auf mehr ältere Arbeitnehmer. „Wir müssen auch die Arbeitsmarktchancen für Frauen, An- und Ungelernte sowie Menschen mit Behinderung weiter verbessern“, sagte er. Laut einer von seinem Ministerium geförderten Studie müssen in 139 Berufen in den nächsten 15 Jahren mehr als zwei Millionen Beschäftigte ersetzt werden. Die Große Koalition hatte im Sommer für Arbeitnehmer mit 45 Beitragsjahren die Rente mit 63 eingeführt. Bis Ende November wurden dafür

Die große Koalition hatte im Sommer die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren eingeführt. Bis Ende November wurden dem Bericht zufolge bereits 186.000 Anträge bei der Deutschen Rentenversicherung gestellt. Diese Entwicklung werfe die Wirtschaft beim nötigen Ausbau der Beschäftigung „spürbar zurück“, beklagte Alexander Gunkel von der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände.

von Klaus Tscharnke und Dieter Wonka

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