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So viel Geld ist auf dem Rasierer-Markt zu holen

Gillette, Wilkinson und Co So viel Geld ist auf dem Rasierer-Markt zu holen

Für das Beste in der Bilanz: Während der Rasierer selbst recht günstig ist, verlangen die Hersteller für die Ersatzklingen umso mehr. Davon profitieren nicht nur Gillette und Wilkinson. Neue Konkurrenten wollen von den hohen Margen profitieren. Beiersdorf als möglicher Aufkäufer im Gespräch

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Für das Beste in der Bilanz: Während sie den Rasierer selbst recht günstig bekommen, verlangen die Hersteller für die Ersatzklingen umso mehr.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Frankfurt. Gillette und Wilkinson Sword – wer sich schon einmal rasiert hat, kommt an diesen beiden Marken nicht vorbei. Hinter ihnen stehen die US-Konzerne Procter & Gamble und Edgewell, die schätzungsweise 80 Prozent des gesamten Nassrasierermarktes in ihrer Hand halten. Doch inzwischen rücken immer mehr Mitspieler in dieses lukrative Segment vor.

Wie viel Potenzial in der Nassrasur steckt, macht das Beispiel Dollar Shave Club klar. Als der Konsumgüterkonzern Unilever Ende Juli die Übernahme dieses Rasierer-Start-ups aus Kalifornien ankündigte, ging ein Raunen durch die Branche. Eine Milliarde Dollar will der britisch-niederländische Konzern Gerüchten zufolge zahlen – das Fünffache des Umsatzes. Verrückt? Nicht unbedingt, meinen Experten. Die Investition könnte sich schon bald auszahlen, glaubt das Analysehaus Bernstein Research. Für Männerpflege werden nach Angaben der Marktforscher Euromonitor und Bloomberg Intelligence weltweit jährlich mehr als 47 Milliarden Dollar ausgegeben. Mit durchschnittlich 3,3 Prozent wachse das Herrensegment schneller als der allgemeine Kosmetikmarkt.

Ausgesprochen lukrativ ist der Bereich Rasierer. Die französische Investmentbank Société Générale schätzt, dass Procter & Gamble dank seiner Marktmacht auf Gewinnmargen von 40 Prozent und mehr kommt. Das merken auch die Verbraucher. Denn während sie den Rasierer selbst recht günstig bekommen, verlangen die Hersteller für die Ersatzklingen umso mehr.

Deutsche Start-ups und Beiersdorf wollen mitmischen

Der Klingenpreis ist daher auch das Thema, an dem die Konkurrenz ansetzt. Um die Hälfte günstiger sind die Eigenmarken von Drogerieketten wie Rossmann und dm. Auch deutsche Start-ups wie Mornin' Glory oder Shave-Lab werben damit, dass die Kunden Geld sparen, weil beispielsweise Händlerkosten wegfallen oder teure Werbung. Wer sich einmal online registriert hat, bekommt die Klingen im Abo zugeschickt.

Ein relativer Neuling auf dem Feld ist Beiersdorf. Der Nivea-Hersteller will sein Rasierersortiment ausbauen. Anfängliche Qualitätsprobleme habe man inzwischen im Griff, betonte Beiersdorf-Chef Stefan Heidenreich kürzlich bei der Halbjahresbilanz. Bislang sind die Hamburger nur mit Damenrasierern am Start – auch, „um den Löwen nicht gleich zu sehr zu reizen“, wie Heidenreich mit Blick auf Gillette betonte. Doch das muss nicht so bleiben. „Wir haben auch noch nicht alles gezeigt, da ist noch einiges zu erwarten.“

Amerikaner werden zunehmend nervös

Bei Procter & Gamble beobachtet man das Gebaren der Konkurrenten genau und lässt auch schon mal die Muskeln spielen. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern Patentklage gegen genau jenes Start-up eingereicht, das sich nun Unilever gesichert hat.

Für Warren Ackerman von der Société Générale ist das ein Zeichen, dass die Amerikaner zunehmend nervös werden. Zumal in der Branche bereits gemunkelt wird, dass die Wilkinson-Mutter Edgewell demnächst geschluckt werden könnte. Im Gespräch ist auch hier Beiersdorf. Der Konzern wäre aus Sicht von Ackerman ein geeigneter Käufer, nicht nur wegen der Rasierer, sondern auch wegen der Sonnencremes (Banana Boat, Hawaiian Tropic) und anderer Pflegeartikel von Edgewell. Die Hamburger halten schon seit längerem Ausschau nach Übernahmekandidaten, wollen allerdings auch keine Mondpreise zahlen. Zukäufe im Schönheitssektor sind derzeit teuer.

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