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Deutschland / Welt Großbritannien erhöht den Leitzins
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Großbritannien erhöht den Leitzins
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16:30 02.11.2017
Die Bank of England hat ihren Sitz im Herzen Londons. Quelle: AP
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London

Die Bank of England hat den Leitzins von 0,25 Prozent auf 0,5 Prozent angehoben. Es ist die erste Zinserhöhung der britischen Zentralbank seit 2007. Durch den Schritt solle die Inflation bekämpft werden, teilte die Bank mit.

Da das britische Pfund wegen der Brexit-Unsicherheit an Wert verloren hat, steigen die Preise stärker. Die Inflation ist mit 3 Prozent ein Prozentpunkt höher als angestrebt. Ein höherer Leitzins drückt die Preissteigerung, weil weniger Geld auf den Markt kommt. Steigende Zinsen bremsen allerdings für gewöhnlich auch das Wirtschaftswachstum, das in Großbritannien angesichts des bevorstehenden EU-Austritts ohnehin schwach ist.

Die Zentralbank schrieb: „Die Geldpolitik unterstützt weiterhin Arbeitsplätze und Geschäftstätigkeit in den gegenwärtigen außergewöhnlichen Umständen.“ Künftige Zinserhöhungen sollten allmählich getätigt werden und „begrenzt“ sein, hieß es.

Das britische Pfund gibt infolge der Entscheidung nach

Der Brexit sei der wichtigste Faktor für die Konjunkturaussichten des Landes, sagte Zentralbankgouverneur Mark Carney. Die Weltwirtschaft laufe auf „den meisten Zylindern“, aber die britische Konjunktur nehme an der Erholung aufgrund von Sonderfaktoren weniger teil als andere, sagte Carney in einer Andeutung zum EU-Austritt.

Das britische Pfund gab nach der Entscheidung ein Prozent zum Dollar nach, obwohl viele Ökonomen diese Zinserhöhung vorhergesagt hatten. Analyst David Cheetham von XTB sagte, der Markt betrachte dies eindeutig als eine moderate Erhöhung, und dass es ein Fall von „einmal und erledigt“ sei. Britische Aktien legten leicht zu.

Die Zinserhöhung der Bank of England steht im Einklang mit der Tendenz bei anderen wichtigen Notenbanken. Die Europäische Zentralbank hat die Anleihekäufe, mit denen sie die langfristigen Zinsen nach unten drücken möchte, etwas verlangsamt und für Januar eine weitere Drosselung angekündigt. Auch in den USA wird die Geldpolitik gestrafft.

Von dpa/RND

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