Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Groupon geht an die Börse
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Groupon geht an die Börse
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:35 03.06.2011
Groupon-Grpnder Andrew Mason bereitet sich auf den Börsengang seines Internetportals vor. Quelle: dpa
Anzeige

Das Schnäppchen-Portal Groupon geht bei seinem Börsengang in die Vollen: Bis zu 750 Millionen Dollar oder umgerechnet rund 520 Millionen Euro will der Internet-Senktrechtstarter bei den Anlegern einsammeln. Damit liefert Groupon einen der größten Börsengänge des Jahres ab.

Große Aufmerksamkeit ist dem Ereignis schon alleine deshalb gewiss, weil die Investoren wissen wollen, ob die Euphorie für Internetfirmen anhält. Denn dann stehen die Chancen nicht schlecht, dass sich das soziale Netzwerk Facebook ebenfalls alsbald auf den Weg Richtung Parkett macht. Auch der Spieleentwickler Zynga („FarmVille“) gilt als heißer Anwärter auf den Gang an die Börse.

Um das Datum und den Stückpreis für die einzelne Aktie machte Groupon am Donnerstag noch ein Geheimnis. Mit dem Schritt an sich war aber schon seit Monaten gerechnet worden. Die Anleger reißen sich derzeit um Internetfirmen. So war die Aktie des beruflichen Online-Netzwerks LinkedIn an ihrem ersten Tag an der Börse wie eine Rakete abgegangen und hatte ihren Wert in der Spitze fast verdreifacht.

LinkedIn hat mit aktuell 7,5 Milliarden Dollar einen Wert wie der Baukonzern Hochtief. Der Wert von Groupon wird auf mindestens das Doppelte veranschlagt, womit die junge Firma in der Liga des weltweit zweitgrößten Sportartikel-Herstellers Adidas mitspielt. Und doch warten die Anleger nur auf den ganz großen Wurf, quasi die Mutter aller Internet-Börsengänge: auf Facebook. Hier kursieren unglaubliche 60 Milliarden Dollar als Gesamtwert.

Die Summen steigen und steigen und viele Beobachter fürchten schon eine neue Internet-Blase, die dann auch ganz so wie zu Zeiten der New Economy um die Jahrtausendwende schnell platzen könnte. Groupon-Gründer und Firmenchef Andrew Mason hatte erst vor einem halben Jahr ein 6 Milliarden Dollar schweres Kaufangebot des Internetgiganten Google abgelehnt und erntete dafür vielerorts Kopfschütteln. Doch das Warten scheint sich gelohnt zu haben.

Mason ist einer der Großaktionäre von Groupon, hinter dem eine ganze Reihe von Investoren stecken, die mit ihrem Geld das steile Wachstum erst ermöglicht haben. Sie wollen nun Kasse machen.

Wie schnell Groupon wächst, verriet die Firma erstmals in ihrem Börsenprospekt: Im zweiten Quartal 2009, kurz nach dem Start, lag der Umsatz gerade mal bei gut 3 Millionen Dollar. Im ersten Quartal dieses Jahres erwirtschaftete Groupon schon annähernd 645 Millionen Dollar. Die Zahl der Nutzer wuchs in der gleichen Zeit von 152.000 auf mehr als 83 Millionen. Und statt nur in Nordamerika präsent zu sein, gibt es Groupon mittlerweile in 43 Ländern, auch in Deutschland.

Groupon bringt Nutzer zusammen, die am Kauf bestimmter Produkte oder Dienstleistungen interessiert sind, und sichert ihnen damit Rabatte bei Händlern oder Herstellern. Groupon selbst kassiert dafür eine Provision. Das Geschäftsmodell ist so erfolgreich, dass sich immer mehr Nachahmer finden. So zieht Google jetzt seinen eigenen Schnäppchen-Dienst namens „Google Offers“ auf. Google ist damit aber spät dran: Groupon gibt es seit November 2009.

Doch noch schreibt Groupon Verluste, im vergangenen Quartal unterm Strich satte 146 Millionen Dollar. Denn das rasante Wachstum kostet Geld. Mehr als 7100 Menschen arbeiten mittlerweile für das Portal und forschen nach den besten Angeboten. Einen Rabatt beim Börsengang, soviel dürfte sicher sein, werden die gewieften Schnäppchenjäger aber nicht herausschlagen können.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Deutsche Bahn ändert die Preise für ihr „Niedersachsen-Ticket“, mit dem mehrere Personen günstig in Regionalzügen reisen können. Vom 12. Juni an verlangt sie keinen pauschalen Preis mehr.

02.06.2011

Wegen der grassierenden EHEC-Seuche hat Russland die Notbremse gezogen und die Einfuhr von Gemüse aus der gesamten Europäischen Union verboten. Russische Experten forderten vor dem Hintergrund des Importverbots eine Stärkung der Gemüseproduktion im eigenen Land.

02.06.2011

Neue Hiobsbotschaft für Griechenland: Angesichts der immensen Schuldenlast hat die Ratingagentur Moody’s die Kreditwürdigkeit für das von der Pleite bedrohte Land drastisch gesenkt. Nach zuvor „B1“ laute die neue Einstufung „Caa1“ und sie rutschte damit tief in die Kategorie „Ramschstatus“, wie die Agentur am späten Mittwochabend mitteilte.

02.06.2011
Anzeige