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Deutschland / Welt Grünes Licht für deutsch-arabischen Ferienflieger
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19:25 23.11.2016
Von Jens Heitmann
Tui-Aufsichtsrat stimmt Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit Etihad zu. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Hannover

Der Abschluss der Verhandlungen über das Joint-Venture werde „für die nächsten Wochen erwartet“, teilte die Tui am Mittwoch in Hannover mit. Die Details sind kompliziert: Den Angaben zufolge will Etihad den touristischen Flugbetrieb von Air Berlin und deren österreichische Tochter-Gesellschaft Niki kaufen und in das Gemeinschaftsunternehmen einbringen. Die Tui führt der neuen Holding ihre Charterlinie Tuifly zu, die damit insgesamt über rund 60 Maschinen verfügt. Die Tui will nur 24,8 Prozent der Anteile an dem Joint Venture halten, Etihad 25 Prozent. Die Mehrheit soll mit 50,2 Prozent bei der Niki Privatstiftung mit Sitz in Wien liegen.

Wer genau bei der österreichischen Stiftung die Fäden zieht, geht aus dem dortigen Handelsregister nicht hervor – als Stiftungspräsident fungiert Air-Berlin-Chef Stefan Pichler. Offiziell verfolgt die Stiftung den Zweck, zumindest auf dem Papier die österreichische Mehrheitseigentümerschaft der Air-Berlin-Tochter Niki sicherzustellen. Das ist nötig, um bestimmte Verkehrsrechte abzusichern.

Die Einbeziehung der Stiftung macht offenbar für den Partner Etihad erst den Weg frei, um sich an dem geplanten Joint-Venture beteiligen zu können. Laut EU-Recht dürfen Unternehmen aus Ländern außerhalb der Gemeinschaft an europäischen Fluggesellschaften nicht die Mehrheit erwerben und diese damit kontrollieren. Eine Stiftung sei der neuen Gesellschaft gegenüber aber nicht weisungsberechtigt und besitze zudem ein Gewinnabführungsrecht – damit würden die regulatorischen Bedingungen für einen Einstieg von Etihad erfüllt, verlautet aus Unternehmenskreisen.

Die Arbeitnehmervertreter von Tuifly stehen dem neuen Verbund skeptisch gegenüber. Die rund 2500 Beschäftigten befürchteten zunächst, dass der Mutterkonzern Tui ihre Airline auf diesem Weg „auf Rat abwickeln“ wolle. Aus Protest meldeten sich Anfang Oktober so viele Besatzungen krank, dass die Gesellschaft ihren Flugbetrieb zeitweise komplett einstellen musste. Inzwischen verhandeln die Betriebsräte mit dem Management über Garantien beim Übergang in die neue Holding.

Die Tui hat bereits zugesichert, dass Tuifly für die Dauer von mindestens drei Jahren eine deutsche Gesellschaft mit Sitz in Hannover bleiben soll. Die heutigen Arbeitsverträge der Mitarbeiter würden bestehen bleiben und die Betriebsvereinbarungen und Tarifverträge ihre Gültigkeit behalten, versicherte Tui-Personalvorstand Elke Eller bereits im Oktober. Die Gespräche mit dem Management seien noch nicht abgeschlossen, hieß es gestern von Arbeitnehmerseite.

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) verlängert ihren Streik bei der Lufthansa um einen weiteren Tag. Am Freitag sollen die Kurzstrecken bestreikt werden, teilte die VC am Mittwochabend in Frankfurt mit.

23.11.2016

Die geplante Verschmelzung des Ferienfliegers Tuifly und der Touristiksparte von Airberlin kommt voran: Der Aufsichtsrat des Reisekonzerns TUI stimmte dem Plan zu, die Tochter Tuifly in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Airberlin-Großaktionär Etihad einzubringen.

23.11.2016

Gähnende Leere an vielen Lufthansa-Schaltern: Weil die Airline wegen des Piloten-Streiks auch in München Hunderte Flüge streichen musste, ging es dort am Mittwoch deutlich ruhiger zu als sonst. Das dürfte auch am Donnerstag so weitergehen.

23.11.2016
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