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Heimbewohner haben kaum Vorteile

HAZ-Pflegeserie Heimbewohner haben kaum Vorteile

Im Zentrum der Pflegereform steht die Verbesserung der ambulanten Versorgung. Da die Angehörigen hier oft die größte Last tragen, werden sie künftig bessergestellt – insbesondere bei Beiträgen zur Renten- und Arbeitslosenversicherung.

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Heime sind teuer – deshalb sollen Bewohner weniger von der Reform profitieren als Menschen zu Hause

Quelle: dpa (Symbolbild)

Hannover. Aber auch die Bewohner von Pflegeheimen profitieren von den Änderungen im nächsten Jahr – jedoch in geringerem Umfang als Pflegebedürftige, die zu Hause betreut werden. Das ist so gewollt: Der Gesetzgeber möchte Anreize schaffen, die den Übergang in die stationäre Pflege so lange wie möglich hinauszögern. Denn Heime sind teuer – und angesichts der Alterung der Gesellschaft steigt der Druck auf Beitragssätze in der Pflegeversicherung ohnehin.
Gleichwohl: Mit der Pflegereform endet für Heimbewohner eine große Ungerechtigkeit. Die Pflegeversicherung deckt nur einen Teil der Heimkosten ab – der Zuschuss der Pflegekasse beläuft sich derzeit monatlich auf 1064 Euro in der Pflegestufe 1 und steigt bis auf 1995  Euro bei sogenannten Härtefällen in der Pflegestufe 3. Noch ist es so, dass die Pflegeversicherung zwar mit jeder höheren Pflegestufe mehr zahlt – gleichzeitig aber auch der Eigenanteil der Heimbewohner steigt. Diesem Mechanismus schiebt der Gesetzgeber nun einen Riegel vor: Ein höherer Pflegegrad darf von 2017 an nicht zu einem höheren Eigenanteil führen. Künftig beginnen die Leistungen der Pflegeversicherung bei 770  Euro (Pflegegrad 2) und können in der Spitze 2005 Euro (Pflegegrad 5) erreichen.

Dass die Zuschüsse der Pflegekasse bei den ersten beiden Pflegegraden eher niedrig ausfallen, dient dem politischen Ziel, den vorzeitigen Umzug ins Heim möglichst zu verhindern. Den Wünschen der meisten Senioren kommt das ebenfalls entgegen – sie möchten in der Regel so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden bleiben.

Für pflegebedürftige Heimbewohner, die bereits heute in Pflegestufe 1 eingruppiert sind, ändert sich jedoch nichts.Sie wechseln zum neuen Jahr automatisch in den neuen Pflegegrad 2 – und genießen Bestandsschutz: Die Pflegekasse zahlt ihnen weiterhin 1064 Euro Zuschuss und nicht die ab 2017 eigentlich vorgesehenen 770 Euro. Mit anderen Worten: Der gewünschte „Abschreckungseffekt“ betrifft erst Pflegebedürftige, die im nächsten Jahr in ein Heim ziehen. Für Pflegebedürftige mit Stufe  1, die sich mit dem Gedanken für einen Wechsel ins Pflegeheim tragen, kann es sich also lohnen, den Umzug noch in diesem Jahr vorzunehmen.

Es gibt aber auch Verbesserungen: Wer als Heimbewohner nicht nur unter körperlichen Behinderungen leidet, sondern auch verwirrt oder dement ist, dem steht künftig ein höherer Zuschuss aus der Pflegekasse zu. Beispiel: Bewohnern, die aktuell mit der Pflegestufe 2 im Heim leben und denen das MDK-Gutachten eine „Einschränkung ihrer Alltagskompetenz“ bescheinigt, stehen ab dem Jahreswechsel im Pflegegrad 4 dann monatlich bis zu 1775 Euro zu – zurzeit sind es 1330 Euro.

Die Heimbetreiber stellt die Pflegereform vor eine Herausforderung: Mittelfristig dürfte der Anteil Schwerstpflegebedürftiger deutlich steigen. Das erhöht einerseits die Einnahmen – andererseits wachsen auch die Ansprüche an das Personal.

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