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Hamburg als Drehscheibe für Getreide

Handel gegen Hunger Hamburg als Drehscheibe für Getreide

Was tun gegen den Hunger in der Welt? Die deutsche Agrar- und Ernährungswirtschaft setzt auf mehr Produktion und Handel mit Nahrungsmitteln. Der Hafenstadt Hamburg fällt eine Schlüsselrolle zu.

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Manfred Thering, Chef der Umschlagfirma Habema, steht am Verladekai von Habema vor dem Getreidefrachter "Agnes".

Quelle: dpa

Hamburg . Am Kai der Hamburger Umschlagfirma Habema hat der Getreidefrachter "Agnes" festgemacht. Kaum eine Touristenbarkasse verirrt sich in diesen Teil des Hamburger Hafens. Hier werden nicht Container umgeschlagen, sondern Agrargüter. Riesige Saugrüssel beladen die sieben Ladeluken der "Agnes" mit Weizen, rund 70 000 Tonnen. Am Abend soll der 225 Meter lange Frachter auslaufen in Richtung Sudan. In dem armen afrikanischen Land wird der Weizen dringend benötigt. Der Sudan gehört zu den Ländern, die sich nicht mit Nahrungsmitteln versorgen können.

"Davon gibt es immer mehr", sagt Habema-Chef Manfred Thering. Viele Länder bieten nicht die natürlichen Voraussetzungen, um ausreichend Getreide, Gemüse und Obst anzubauen. Sie sind angewiesen auf den Import von Agrargütern, um ihre wachsenden Bevölkerungen zu versorgen. "Das müssen wie leisten", meint Thering. Rund 7,3 Milliarden Menschen leben auf der Erde. In jeder Sekunde kommen zwei bis drei hinzu, in jedem Jahr 80 Millionen, das ist einmal die Bevölkerung Deutschlands. Bis 2050 werden es mehr als neun Milliarden Menschen sein, die Nahrung, Energie und Wohnraum benötigen. Die Vereinten Nationen erinnern in jedem Jahr am 11. Juli an den "Tag der Weltbevölkerung".

Produktion von Lebensmitteln steigern

Etwa 800 Millionen Menschen hungern, vor allem in Asien und Afrika. Sie bekommen regelmäßig weniger Kalorien, als sie mindestens brauchen. "Wir müssen die Produktion von Lebensmitteln deutlich steigern", fordert Volker Petersen vom Deutschen Raiffeisenverband. Die Anbauflächen weltweit werden zwar nicht mehr erweitert, sondern schrumpfen eher. Dennoch ließen sich auf den vorhandenen Flächen deutlich mehr Nahrungsmittel herstellen, wenn die Produktivität in allen Teilen der Welt auf das Niveau in Deutschland oder Frankreich gesteigert werden könnte. Dort wirft der Boden die doppelte bis dreifache Erntemenge ab wie im Durchschnitt anderer Länder.

Doch was nützt mehr Menge, wenn sie nicht den Verbraucher erreicht. Erhebliche Teile der produzierten Lebensmittel weltweit werden nicht verzehrt. In den Industriegesellschaften werden sie aus Überfluss weggeworfen, allein in der EU rund 90 Millionen Tonnen pro Jahr. In den Entwicklungsländern verderben sie auf dem Weg vom Feld zum Markt, können nicht abgeerntet oder transportiert werden. "Es sind Mängel in der Infrastruktur und "bad governance", schlechte Verwaltung und Regierung, die oft dazu führen, dass die Agrarproduktion unter ihren Möglichkeiten bleibt", sagt Petersen.

Agrarprodukte sind viert beliebteste Exportwaren

Die wachsende Weltbevölkerung und die weltweite Arbeitsteilung hat bei der deutschen Lebens- und Futtermittelwirtschaft und dem Agrarhandel zu einem Aufschwung geführt. Nahrungsmittel sind Big Business. Von 2000 bis 2013 verdreifachte sich der weltweite Handel mit Agrarprodukten von 400 Milliarden auf 1,3 Billionen Dollar. Die EU exportiert Lebensmittel für 120 Milliarden Euro pro Jahr und ist damit Nettoexporteur. Auf der Hitliste der beliebsten Exportwaren liegen Agrarprodukte damit auf Platz vier, hinter Maschinen, Chemie und Pharmazie.

Oft handelt es sich um hochveredelte und damit teure Endprodukte, so wie Süßwaren, Wein und Spirituosen, Milch- und Fleischprodukte, Käse oder Butter. "Europäische Lebensmittel sind weltweit sehr gefragt", sagt Petersen. Doch auch Agrarrohstoffe wie Weizen, Raps und Soja werden über den Hamburger Hafen als dem führenden deutschen Getreidehafen ein- und ausgeführt, mit stetig steigender Tendenz. Zuletzt wurden 8,2 Millionen Tonnen Sauggüter umgeschlagen, so viel wie nach nie. Auf die Firma Habema entfallen allein 3,7 Millionen Tonnen. Sie transportiert unter anderem Weizen, das meistgehandelte Agrargut, in den Nahen Osten und nach Nordafrika. Ein Beitrag gegen den Hunger, und auch ein sicheres Geschäft. Der Umschlag von Habema hat sich seit 2006 verdreifacht.

dpa

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