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Handel fordert zehn Shopping-Sonntage pro Jahr

Bundesweite Regelung Handel fordert zehn Shopping-Sonntage pro Jahr

Verkaufsoffene Sonntage locken regelmäßig Tausende in die Innenstädte – doch sie sorgen immer wieder auch für hitzige Diskussionen. Das soll sich jetzt ändern, fordert der Handelsverband Deutschland. Es soll bundesweite Regelungen geben.

Kontrovers diskutiert: verkaufsoffene Sonntage.
 

Quelle: dpa

Berlin. Der Handelsverband Deutschland (HDE) fordert bundesweit einheitliche Regeln für verkaufsoffene Sonntage. „Wir schlagen vor: Bundesweit zehn verkaufsoffene Sonntage mit Öffnungszeiten von 13 bis 18 Uhr, ohne dass es dafür einen besonderen Anlass geben muss“, sagte HDE-Präsident Josef Sanktjohanser der „ Neuen Osnabrücker Zeitung“. Bislang regelt jedes der 16 Bundesländer selbst, wie oft Geschäfte an Sonntagen öffnen dürfen. „Hier provoziert der Gesetzgeber über Bundesländergrenzen hinweg Standortnachteile, weil im einen Land diese Regelung gilt, im anderen jene“, sagte Sanktjohanser vor dem am Mittwoch beginnenden Deutschen Handelskongress in Berlin.

Vier verkaufsoffene Sonntag in Niedersachsen

In vielen Bundesländern sind wie in Niedersachsen derzeit vier verkaufsoffene Sonntage im Jahr erlaubt, in einigen wie Berlin und Brandenburg auch mehr. Die Kommunen bestimmen dann jeweils die entsprechenden Tage. Jedes Datum muss bislang an einen Anlass wie ein Volksfest oder eine Messe gekoppelt sein. Verbandspräsident Sanktjohanser argumentierte, verkaufsoffene Sonntage belebten die Innenstädte. Sie hätten in den vergangenen Jahren unter deutlichen Frequenzrückgängen gelitten. Damit trügen die Tage auch zum Joberhalt in der Branche bei und steigerten durch Sonntags- und Feiertagszuschläge die Attraktivität der Arbeitsverhältnisse.

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In Niedersachsen sind bislang nur vier Shopping-Sonntage pro Jahr erlaubt. Der Handelsverband fordert jetzt zehn. Was sagen Sie dazu?

In Münster hatten die Bürger in einem Bürgerentscheid vor einigen Wochen mehrheitlich eine vom Rat beschlossene Ausweitung der verkaufsoffenen Sonntage abgelehnt. Das Bündnis der Gegner wurde von Gewerkschaften und Kirchen angeführt.

Ärger um Shopping-Sonntage in Hannover

Auch in Hannover sind verkaufsoffene Sonntage immer wieder Anlass für Konflikte. Verdi hatte im vergangenen Jahr anlässlich von Sonntagsöffnungen im Advent geklagt und dabei die Frage gestellt, ob zu viele davon nicht gegen den vom Grundgesetz garantierten Schutz der Sonntagsruhe verstießen. Das Gericht bejahte - und legte die Regelung fest: Pro Kommune darf es nur noch vier Sonntage geben, an denen Geschäfte öffnen. 

Im vergangenen Jahr gab es deshalb die kuriose Situation, dass rund um die Landeshauptstadt die Geschäfte am Sonntag direkt nach den Weihnachtsfeiertagen zum Shoppen einluden – nur in Hannover mussten die Läden am 27. Dezember geschlossen bleiben. 

Von RND/epd/frs/med

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