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„Dies ist nur der Anfang von Industrie 4.0“

Hannover Messe „Dies ist nur der Anfang von Industrie 4.0“

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) sieht die deutsche Wirtschaft ins Hintertreffen geraten. Als Hauptgrund gilt die Digitalisierung, die Branchengrenzen verschwimmen lässt.

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Gestern Abend eröffneten Angela Merkel und der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte die Hannover Messe.

Quelle: dpa

Hannover. Ohne den Ausbau der digitalen Infrastruktur droht die deutsche Industrie ins Hintertreffen zu geraten. Um international den Anschluss zu behalten, müssten die hiesigen Unternehmen das Potenzial intelligenter, internetbasierter Dienstleistungen und Geschäftsmodelle nutzen, sagte der Präsident der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften, Hennig Kagermann, am Sonntag beim Wirtschaftsforum zu Beginn der Hannover Messe. „Deutschland ist bei der intelligenten, digitalen Vernetzung an einem Wendepunkt angelangt.“

Die Informations- und Kommunikationstechnologien sind nach Ansicht Kagermanns mittlerweile so kostengünstig, dass nahezu alle Produkte und Dienstleistungen digital anschluss- und erweiterungsfähig seien. Die Vernetzung aller Bereiche werde damit zu einer treibenden Kraft für die deutsche Wirtschaft. Die Fabrik von morgen müsse man sich als Netzwerk aus intelligenten Produkten vorstellen, die Daten sammeln und mithilfe von lernenden Algorithmen zu neuen Informationen verknüpfen, sagte der ehemalige Chef des Softwarekonzerns SAP. „Diese Informationen sind die Grundlage für innovative Dienstleistungen und neue datenzentrierte Geschäftsmodelle.“

Angela Merkel hat gemeinsam mit dem Ministerpräsidenten des diesjährigen Partnerlandes Niederlande, Mark Rutte die weltgrößte Industrieschau Hannover Messe eröffnen. Fünf Tage lang werden in Hannover nun technische Neuheiten vorgestellt.

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Ein Kennzeichen dieser sogenannten vierten industriellen Revolution ist nach Einschätzung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), dass die Grenzen zwischen den einzelnen Branchen immer stärker verschwimmen. Unternehmen wandelten sich von reinen Produktherstellern zu Anbietern ganzheitlicher Lösungen, sagte BDI-Präsident Ulrich Grillo.

IT-Industrie in der Schlüsselrolle

Der Maschinenbau, aber auch die Elektro- und IT-Industrie bieten zunehmend begleitende Leistungen wie Instandhaltung von Anlagen und vieles mehr an. „Dies ist nur der Anfang von Industrie 4.0“, sagte Grillo. In diesem Prozess müsse die Teilhabe am Geschäft des jeweils anderen weiter wachsen – das gelte auch für das Verständnis für dessen Anforderungen und Bedürfnisse: „Wir müssen im Netzwerken und Kooperieren noch besser werden.“

In diesem Prozess weist der BDI-Chef der IT-Industrie eine Schlüsselrolle zu. Auch wenn die deutschen Exporte in diesem Bereich mittlerweile rund 50 Milliarden Euro im Jahr erreichen, sei ihr Weltmarktanteil noch zu gering. „Bei diesem Rennen liegen wir leider nicht vorn“, sagte Grillo. Das gelte aber nicht nur für die Deutschen, sondern für die Europäer insgesamt: „Die Global Player ordnen die digitale Wirtschaft neu, und wir verlieren den Anschluss an die Weltelite.“ Es sei daher höchste Zeit, dass sich die Europäer daranmachten, in diesem Bereich etwas vom Kompetenzvorsprung der USA aufzuholen, erklärte Grillo weiter.

Diese negative Einschätzung teilen Vertreter der Politik nicht. Deutschland liege bei den Innovationen in Europa auf Platz drei, im Vergleich der Wettbewerbsfähigkeit weltweit auf Rank vier, sagte der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Stefan Kapferer. Vor diesem Hintergrund sei die Herausforderungen von Industrie 4.0 sogar eine große Chance für Deutschland, sagte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil: „Wir haben gute Voraussetzungen, die Entwicklung von der Spitze her mitzubestimmen.“ Voraussetzung dafür sei allerdings, dass die Unternehmen in die Ausbildung ihrer Mitarbeiter investierten.

Neue Schritte zur intelligenten Fabrik

Die Hannover Messe steht in diesem Jahr unter dem Motto „Integrated Industry – Next Steps“. Gemeint sind die nächsten Schritte in Richtung einer „intelligenten“, sich selbst organisierenden Fabrik, der „smart factory“. Im Mittelpunkt stehen Themen wie Industrieautomation, IT, Energie- und Umwelttechnologien, industrielle Zulieferung, Produktionstechnologien und Dienstleistungen.

Die Messe läuft vom heutigen Montag bis zum Freitag – die Tore öffnen sich um 9 Uhr und schließen um 18 Uhr. Tickets kosten an der Tageskasse 35 Euro, im Vorverkauf waren sie für 28 Euro zu haben. Ermäßigte Tagestickets gibt es für 15 Euro, Karten für das Rahmenprogramm TectoYou kosten 3 Euro – sie gelten nur am letzten Messetag. Dauerkarten gibt es an der Tageskasse für 76 Euro.

 jen

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