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Hannovers Verbraucher stützen die heimische Wirtschaft

HAZ-Hannover-Trend Hannovers Verbraucher stützen die heimische Wirtschaft

Die Verbraucher in der Region Hannover sind derzeit die größte Stütze für die heimischen Betriebe. In nahezu allen Branchen, deren Geschäft von der Binnennachfrage abhängt, hat sich die Stimmung in den vergangenen Wochen deutlich aufgehellt.

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Vor allem der Einzelhandel – vom Buchladen bis zum Modegeschäft – profitiert in der Region von der gestiegenen Kaufkraft der Verbraucher.

Quelle: Eberstein

Hannover. Das gilt für den Handel und die Baubranche genauso wie für die unternehmensnahen Dienstleister. Sie kompensieren eine durch politische Verwerfungen wie den Brexit oder die unsichere Zukunft der Türkei verschreckte Industrie, die nun noch stärker bei den Investitionen sparen will, als sie es ohnehin schon tut.

„Die Wirtschaft in der Region Hannover lief im zweiten Quartal rund“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Horst Schrage. Von einer „unter diesen Bedingungen fast wohltuenden Seitwärtsbewegung“ spricht Holger Bissel, geschäftsführender Gesellschafter von Creditreform Hannover. Auch am Arbeitsmarkt „ist der Stellenzugang weiterhin positiv“, ergänzt Bärbel Höltzen-Schoh, Chefin der Arbeitsagentur Hannover. Gemeinsam mit den drei Partnern entsteht quartalsweise der HAZ-Hannover-Trend, die umfangreichste Konjunkturanalyse für die Region.

Der Handel profitiert derzeit von der deutlich gestiegenen Kaufkraft der Verbraucher. „Auf den privaten Konsum ist Verlass“, sagt Schrage. Vor allem in den Autohäusern, aber auch im sogenannten Facheinzelhandel – vom Buchladen bis zum Modegeschäft – hat sich die aktuelle Geschäftslage spürbar verbessert. In der üblicherweise über die starke Online-Konkurrenz klagenden Branche will derzeit sogar jeder vierte Betrieb Personal aufstocken. Die Baubranche profitiert von den Investitionen in Betongold. Mehr als jedes vierte Unternehmen hat einen Auftragsbestand von vier und mehr Monaten.
Lediglich der exportabhängigen Industrie ist vorerst das Lachen vergangen. Nur noch 28 Prozent der Befragten rechnen im verarbeitenden Gewerbe mit einer Besserung der Geschäfte, drei Monate zuvor war es noch fast jeder zweite. „Was für ein stärkeres Wachstum fehlt, sind Investitionen in Maschinen und Anlagen sowie Impulse aus dem Exportgeschäft“, meint Schrage. Vor allem über den vielen Zulieferern der Region liege zudem die Sorge um Volkswagen nach dem Diesel-Skandal „wie ein dunkler Schatten“, meint Bissel.

Insgesamt beweise die Region aber einmal mehr ihre hohe Stabilität, so der Creditreform-Chef. Das zeigt sich auch im kaum veränderten Bonitätsindex, der die Finanzkraft aller Firmen widerspiegelt und ihnen mit 264,2 Punkten quasi die Note Zwei minus gibt. Auch bei Insolvenzen und Firmengründungen gibt es derzeit keine Ausschläge. Die einen liegen auf einem beruhigend niedrigen, die anderen auf einem erfrischend hohen Niveau.

Deutlich gestiegen – auch im Jahresvergleich – ist abermals die Arbeitskräftenachfrage. Vor allem im Einzelhandel, dem Hotel- und Gaststättengewerbe, in der Metallverarbeitung und der Logistikbranche würden Beschäftigte gesucht, sagt Agentur-Chefin Höltzen-Schoh – und das teils händeringend. „Die Nachfrage der Arbeitgeber kann häufig nicht gedeckt werden.“ Flüchtlinge erfüllten meist noch nicht die Voraussetzungen, um diese Lücken zu schließen. Die Agentur setzt aber auf den Wegfall der Vorrangprüfung zum heutigen Montag. Dann muss sie nicht mehr erst ermitteln, ob für eine Stelle nicht ein geeigneter deutscher oder EU-Bewerber zur Verfügung steht. Das könne vor allem bei Hilfstätigkeiten womöglich eine Entlastung bringen, meint sie.

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