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Deutschland / Welt Hauptbahnhof Berlin droht die Totalsperrung
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Hauptbahnhof Berlin droht die Totalsperrung
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20:44 07.08.2015
Mehr als 300.000 Reisende nutzen den Hauptbahnhof in Berlin täglich. Quelle: dpa
Berlin

Fernzüge müssen dann in andere Bahnhöfe umgeleitet werden. Zwischen Hannover und Berlin fahren an Werktagen je Richtung 18 ICEs und sechs ICs; die Auswirkungen für die Zugverbindungen sind derzeit noch nicht abzuschätzen. Die Bahn rechnet damit, dass die Bauarbeiten insgesamt fünf Jahre dauern werden. Mehr als 300.000 Reisende nutzen den Hauptbahnhof in Berlin täglich.

Bei der Sanierung geht es um den Abschnitt, der sich östlich an den Bahnhof anschließt und über den Humboldthafen führt. Schon heute darf die Brücke über den Hafen von allen Zügen nur im Schritttempo befahren werden. Jetzt steht fest, dass alle Verbindungsstücke der Fuge zwischen Bahnhof und Brücke ausgetauscht werden müssen. „Die bisherigen Übergangskonstruktionen haben sich nicht bewährt“, sagte eine Sprecherin des Eisenbahnbundesamtes in Bonn. Demnach hatte die Deutsche Bahn sogar geplant, diese Technik „im Rahmen einer Totalsperrung für den Sommer/Herbst 2015“ auszutauschen. Diese radikale Maßnahme aber sei vom Tisch. Nunmehr werde die Bahn den Austausch im Zuge einer „verdichteten Instandhaltung“ vornehmen.

Erhebliche Einschränkungen für die Ost-West-Achse des Hauptbahnhofs sind aber nicht zu verhindern. „Eine Totalsperrung der Fernbahngleise voraussichtlich im Jahr 2020 wird sich nicht vermeiden lassen“, heißt es dazu bei der Bahn. Mit Einschränkungen wird dann in allen Bereichen zu rechnen sein: Betroffen sind ICEs, Regionalzüge wie auch die S-Bahn in Berlin. „Wir sperren aber niemals alle Gleise gleichzeitig“, betonte der Sprecher. Die Preise für die Tickets würden für die Zeit der Bauarbeiten nicht sinken, hieß es. Weniger klar ist, wie lange die Totalsperrung dauern wird: „Das bleibt abzuwarten, die Betonarbeiten bedürfen einer längeren Sperrzeit“, sagte der Bahn-Sprecher.

Pannenserie am Hauptbahnhof

Die vorgesehene Sperrung reiht sich nahtlos ein in die Pannenserie am Hauptbahnhof, die schon kurz nach der Grundsteinlegung 1998 begann. Damals machte ein Wassereinbruch die geplante Eröffnung 2002 zunichte. Damit der Bahnhof wenigstens zur Fußball-WM 2006 fertig wurde, ordnete der damalige Bahn-Chef Hartmut Mehdorn an, das Dach über den Bahnsteigen um mehr als 100 Meter zu verkürzen und bereits fertig produzierte Teile nicht einzubauen. Seither lagern die Teile in der Nähe des Berliner Ostbahnhofs.

Die Baukosten hatten sich in der Zwischenzeit von knapp 500 Millionen Euro auf mehr als eine Milliarde Euro mehr als verdoppelt. Im Frühjahr 2007 kam der Bahnhof erneut in die Schlagzeilen, als der Sturm Kyrill eine fast zehn Meter lange, tonnenschwere Metallstrebe aus der Fassade riss. Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt.

Flughafen-Eröffnung erneut gefährdet: Unterdessen gibt es auch von der Baustelle des Hauptstadtflughafens BER schlechte Nachrichten. Weil der Gebäudeausstatter Imtech, einer der größten der Branche, Insolvenz beantragt hat, ist die für das zweite Halbjahr 2017 geplante Eröffnung gefährdet.

Von Hartmut Reichardt

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