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Hauskrach beim ADAC eskaliert

Kurz vor Hauptversammlung Hauskrach beim ADAC eskaliert

Mit gefälschten Abstimmungen beim Autopreis "Gelber Engel" und der Verquickung von Interessen hat der ADAC viel Ansehen verspielt. Jetzt steht der Reformkurs des neuen Präsidenten Markl zur Abstimmung. Kurz vor der entscheidenden Hauptversammlung fliegen die Fetzen.

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 Vor der ADAC-Hauptversammlung am Samstag ist der vereinsinterne Streit über die geplante Strukturreform eskaliert.

Quelle: dpa

München. Vor zwei Jahren hatten Manipulationen beim Autopreis "Gelber Engel" Deutschlands größten Verein in die Krise gestürzt. Dienstflüge mit Rettungshubschraubern kamen ans Licht, die Vermischung von Vereins- und Wirtschaftsinteressen erschien suspekt.

Eskalation vor Hauptversammlung

Der neue ADAC-Präsident August Markl hat inzwischen kräftig aufgeräumt. Doch nun steht sein Reformwerk auf der Kippe. Am Samstag (7. Mai) entscheidet die ADAC-Hauptversammlung in Lübeck, ob der ADAC eine neue Struktur bekommt. Das milliardenschwere Konzerngeschäft soll vom Verein klar getrennt, der Vereinsstatus damit gesichert werden. Doch es gibt mächtige Gegner.

Der ADAC-Regionalclub Nordrhein versucht, die Neuausrichtung mit einem neuen Rechtsgutachten noch zu stoppen, und droht der ADAC-Spitze in München mit einer Klage wegen "Verschwendung von Vereinsvermögen". Diese warf dem größten ADAC-Regionalclub vereinsschädigendes Verhalten vor und drohte im Gegenzug ebenfalls mit rechtlichen Schritten.

Neue ADAC-Führung will Aufspaltung

ADAC-Präsident August Markl will Deutschlands größten Verein nach der Krise 2014 transparenter aufstellen und strikt vom ADAC-Konzern trennen, der mit Versicherungen, Autovermietung und anderen Geschäften eine Milliarde Umsatz macht.

Zudem soll ein Viertel der Konzern-Aktien an eine neue ADAC-Stiftung übergeben werden, die sich um die Luftrettung kümmert. Mit dieser Reform will Markl den Vereinsstatus sichern, der beim Amtsgericht München immer noch auf dem Prüfstand steht.

Gegner beklagen "Verschwendung von Vereinsvermögen"

Auf der ADAC-Hauptversammlung am Samstag in Lübeck steht die Reform zur Abstimmung. Der von Markls Vorgänger Peter Meyer geleitete ADAC Nordrhein macht dagegen Front und legte ein Gutachten des Direktors des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Privatrecht, Professor Holger Fleischer, vor. Danach ist die Reform unnötig.

Mit der Aufteilung verliere der Verein "den Zugriff auf Vermögenswerte im hohen dreistelligen Millionenbereich". Die verantwortlichen ADAC-Vorstände könnten wegen "Verschwendung von Vereinsvermögen" belangt werden. Außerdem könne die Reform in Lübeck nur mit einer Drei-Viertel-Mehrheit beschlossen werden. 

dpa/zys

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