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Hörgeräteanbieter profitieren von höheren Zuschüssen

Branche zuversichtlich Hörgeräteanbieter profitieren von höheren Zuschüssen

Die deutlich erhöhten Zuschüsse der Krankenkassen für Hörgeräte kurbeln die Nachfrage offenbar dauerhaft an. Die Akustiker hatten für 2015 einen Einbruch befürchtet, nachdem die Umsätze im Vorjahr um ein Drittel nach oben geschossen waren

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15 Millionen Deutsche leiden unter einer Hörschwäche.

Quelle: Jens Schierenbeck

Hannover. Doch der Rückschlag ist ausgeblieben, wie aus Zahlen des Marktforschungsunternehmens GfK hervorgeht.

Demnach wurden in den ersten neun Monaten 2015 rund 875 000 Hörgeräte abgegeben - nur 4000 weniger als im Vorjahreszeitraum. „Wir sind auch für das laufende Jahr guter Dinge“, sagt Geschäftsführer Alexander Kind vom gleichnamigen Marktführer aus Großburgwedel.

Für den Boom gibt es zwei Gründe: Weil das Bundessozialgericht Schwerhörigen das Recht auf eine bessere Versorgung zugesprochen hat, haben die Krankenkassen ihren Zuschuss für Hörgeräte von 420 auf 785 Euro pro Ohr fast verdoppelt. Zudem hat Marktführer Kind die Preise gesenkt - mittlerweile erhalten dort 70 Prozent der Kunden ein Gerät ohne eigene Zuzahlung, also praktisch zum Nulltarif. Das setze die Konkurrenten unter Druck, heißt es.

Über ihre Margen verrät die verschwiegene Branche traditionell nichts, aber sie müssen auskömmlich sein - sonst würden nicht Neulinge wie der Brillenhändler Fielmann mit hohem Aufwand in das Geschäft einsteigen. Mittelfristig strebt Fielmann ein Netz von 200 Hörgeräteabteilungen an.

Hörgeräte waren lange mit einem Stigma belegt: In Deutschland leben 15 Millionen Menschen mit einer Hörschwäche, aber nur jeder Fünfte trägt eine Hörhilfe. Inzwischen sind die Geräte jedoch so unauffällig, dass sie oft hinter dem Ohr verschwinden. Zudem hat sich die Technik deutlich verbessert - mehrere Kanäle, die Unterdrückung von Rückkopplungen und störendem Schall sowie mindestens drei Hörprogramme gelten heute als Standard.

Darüber hinaus gewinne die Verbindung zum Smartphone an Bedeutung, sagt GfK-Experte Christian Hustedt. „Das vereinfacht die Steuerung des Hörgeräts.“ Bei der Größe der Geräte sei inzwischen die Grenze der Bedienbarkeit erreicht, sagt Kind. Bei der Qualität hingegen nicht: „Der Lebenszyklus der Geräte beträgt etwa drei Jahre - danach gibt es dann immer einen Riesensprung.“

Tiefer in die Tasche greifen müssen die Kunden dafür nicht unbedingt: Laut GfK ist der Durchschnittspreis pro Gerät 2015 auf 1091 Euro gesunken - zwei Jahre zuvor lag er noch 100 Euro höher.

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