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Metall-Branche steuert auf Streiks zu

Tarifverhandlungen Metall-Branche steuert auf Streiks zu

Mehr Gehalt, weniger Stunden, Lohnausgleich: Dies sind die Forderungen, mit der die IG Metall am Mittwoch in die zweite Runde der Tarifverhandlungen eingestiegen ist. So weit wollen die Arbeitgeber nicht gehen. Ihr erstes Angebot umfasst eine Tariferhöhung um zwei Prozent sowie eine Einmalzahlung.

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Tarifverhandlungen in Hannover: Mit einer Kundgebung haben 500 Mitglieder der IG Metall  ihre Forderungen untermauert.

Quelle: Philipp von Ditfurth

Hannover.  Die Tarifverhandlungen für die  Metall- und Elektroindustrie laufen auf eine Eskalation zu.  Die IG Metall hat am Mittwoch das erste Angebot der Arbeitgeber abgelehnt und kündigt für Anfang Januar Warnstreiks an. „Wer die Bedürfnisse der Beschäftigten nicht zur Kenntnis nimmt und auf unsere Argumente nicht hören will, der wird die Empörung aus den Betrieben zu spüren bekommen“, sagte  der niedersächsische IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger.

Die Arbeitgeber bieten den rund 3,9 Millionen Beschäftigten der Branche für die Monate Januar bis März eine Einmalzahlung von 200 Euro und ab April eine Tariferhöhung um 2 Prozent an. Als Laufzeit werden 15 Monate vorgeschlagen.  „Das würde bedeuten, dass die Löhne in der Metallindustrie seit Juli 2016 binnen 21 Monaten um 6,8 Prozent plus Einmalzahlungen in Höhe von 350 Euro angehoben werden“, sagte Niedersachsen-Metall-Hauptgeschäftsführer Volker Schmidt.

IG Metall:Angebot ist eine „Unverschämtheit“

Die IG Metall sprach von einer „Mogelpackung“ und wies das Angebot als  „Unverschämtheit“ zurück. Die Gewerkschaft fordert eine Lohnerhöhung von 6 Prozent und das individuelle Recht der Arbeitnehmer auf eine auf zwei Jahre befristete Absenkung ihrer Wochenarbeitszeit auf 28 Stunden – verbunden mit einem Lohnausgleich für bstimmte Beschäftigtengruppen.  Darüber wollen die Arbeitgeber jedoch nicht reden.  „Wir sprechen über jede Form der Flexibilisierung“, sagte Gesamtmetall-Präsident Rainer Dulger. „Aber mehr Geld für Nichtstun machen wir nicht mit.“

In der ersten Verhandlungsrunde hatten die Arbeitgeber die Gewerkschaft mit einem eigenen Forderungspaket überrascht: Sie wollen den Korridor der tariflichen Arbeitszeit nach oben öffnen.  Bisher darf nur eine bestimmte Quote an Mitarbeitern mehr als 35 Stunden in der Woche arbeiten – künftig sollen in den Betrieben einvernehmliche Regelungen für eine Ausweitung auf 40 Stunden und mehr möglich sein. „Das wollen auch viele Mitarbeiter“, hieß es bei Niedersachsen-Metall.

Warnstreiks im neuen Jahr möglich

Die Gewerkschaft bestreitet das. „Die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie sind bereits Flexibilitätsweltmeister“, sagte Bezirksleiter Gröger. „Familie und Gesundheit bleiben dabei häufig auf der Strecke.“ Wer den Fachkräftemangel beklage, müsse attraktive Arbeitszeiten anbieten, „die zum Leben passen“.

Die Friedenspflicht in der Branche läuft zum Jahresende ab. Außer in Niedersachsen wurde gestern auch in Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Thüringen und in Bayern verhandelt.  Die dritte Verhandlungsrunde in Niedersachsen findet am 16. Januar statt. Neben Warnstreiks seien erstmals auch 24-Stunden-Streiks möglich, hieß es bei der IG Metall.

Von Jens Heitmann

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