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IG Metall fordert 5,5 Prozent und mehr

Empfehlung der Tarifkommission IG Metall fordert 5,5 Prozent und mehr

In der kommenden Tarifrunde für die 3,7 Millionen Beschäftigten in der deutschen Metall- und Elektroindustrie zeichnet sich eine Forderung nach 5,5 Prozent mehr Lohn für zwölf Monate ab. Das geht aus den Empfehlungen hervor, die am Freitag die neun Tarifkommissionen abgegeben haben.

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Wie sieht „gute Arbeit“ aus? Mit den VW-Personalchefs will die Gewerkschaft auch über Gesundheitsschutz und Auszeiten für die Pflege von Angehörigen sprechen.

Quelle: dpa

Hannover. Sie unterschieden sich letztlich nur in Nuancen. Für die fast 200 000 Beschäftigten in niedersächsischen Metallbetrieben und bei Volkswagen schlugen die Gewerkschafter vor, die Entgeltforderung solle sich zwischen 5,5 und 6 Prozent bewegen. Die Kollegen der IG Metall Küste, deren Bezirk den Norden Niedersachsens umfasst, plädierten für 5 bis 6 Prozent. Die in der Branche entscheidenden Tarifbezirke im Süden der Republik legten sich bereits auf 5,5 Prozent fest.

Niedersachsens IG-Metall-Chef Hartmut Meine sieht eine „stabile Auftragslage“ bei den Betrieben zwischen Ems und Elbe, die eine solche Forderung rechtfertige. Es gebe derzeit zwar wirtschaftliche Herausforderungen. „Aber die Beschwörung eines allgemeinen Krisenszenarios, wie es einige Arbeitgeber derzeit tun, verkehrt die Tatsachen.“

Die Arbeitgeberseite entgegnete, die IG Metall schüre „utopische Erwartungen“. Derzeit gebe es „so noch nicht gekannte wirtschaftliche Unterschiede innerhalb unserer Branchen“, warnte der Hauptgeschäftsführer von NiedersachsenMetall, Volker Schmidt. Er plädierte deshalb für betriebliche Öffnungsklauseln, die es Not leidenden Betrieben ermöglichen sollten, die Entgelterhöhung zu verschieben. Andernfalls drohe eine Flucht der Betriebe aus dem Flächentarifvertrag.

Die konkrete Prozentzahl ist der letzte Baustein im Forderungspaket der IG Metall. Die Gewerkschaft will zudem die Altersteilzeit neu regeln – woran auch die Arbeitgeberseite großes Interesse hat. Zudem fordern die Metaller eine „Bildungsteilzeit“, die Jüngeren die Weiterbildung im Job erleichtern soll. Sie stößt beim Verhandlungspartner auf wenig Gegenliebe. Die Arbeitgeber vertreten die Ansicht, dieses Thema auch noch tariflich zu regeln, sei überflüssig.

Endgültig festlegen wird der IG-
 Metall-Vorstand die Forderungshöhe Ende November. Erste Verhandlungstermine sind in Niedersachsen für den Januar anberaumt, dann endet auch die Friedenspflicht. Bei Volkswagen werden die Verhandlungen über den Haustarifvertrag einen Monat später beginnen. Seit das Ringen in der Fläche und bei VW zeitlich nahezu parallel stattfindet, fordert die IG Metall in beiden Fällen stets dieselben Prozente. Zudem werden die gut organisierten VWler gern zu Warnstreikaktionen hinzugerufen – da sich mit ihrer Teilnahme die Zahl der Demonstranten in der Regel auf einen Schlag vervielfacht.     

VW soll mehr Lehrstellen schaffen

Zukunftsplan für Volkswagen: Für die 115 000 Beschäftigten in den traditionellen VW-Werken und bei Financial Services wird es keine Änderungen bei Altersteilzeit oder in der Weiterbildung geben. Hier gebe es noch funktionierende Regelungen, die derzeit nicht verhandelt werden müssten, sagte IG-Metall-Bezirkschef Hartmut Meine. Stattdessen will er mit den Personalchefs des Konzerns über einen „Zukunftsplan Gute Arbeit“ sprechen, der sich mit den Auswirkungen des demografischen Wandels auf den Autobauer beschäftigen soll. Das Paket umfasst Themen wie Gesundheitsschutz, altersgerechte Arbeitsplätze oder den Ausbau der betrieblichen Altersversorgung. Auch über Auszeiten für die Kinderbetreuung oder die Pflege von Angehörigen werde man reden, so Meine. Zudem fordert die Gewerkschaft eine Erhöhung der jährlich garantierten Ausbildungsplätze von derzeit 1250 auf 1400.

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Niedersachsen
Derzeit sammelt die IG Metall regionale Empfehlungen.

Niedersachsens IG Metall will mit einer Forderung von bis zu 6 Prozent mehr Geld in die anstehende Tarifrunde ziehen. Die Tarifkommission für Niedersachsen einigte sich am Freitag auf einen Zielkorridor von 5,5 bis 6 Prozent Entgeltplus für zwölf Monate, wie die Gewerkschaft in Hannover mitteilte.

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