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IG Metall will Debatte um selbstbestimmte Arbeitszeit

Flexible Regelungen IG Metall will Debatte um selbstbestimmte Arbeitszeit

Genau 50 Jahre nach den ersten Vereinbarungen zur 40-Stunden-Woche will die IG Metall eine neue Debatte um selbstbestimmte Arbeitszeit in Gang bringen.

„Wir brauchen eine kreative Arbeitszeitpolitik, damit die Vereinbarkeit von Arbeit und Leben nicht mehr einfach hinten runterfällt“, sagte Vorstandsmitglied Helga Schwitzer in einem Gespräch.. Als weiteren zentralen Aspekt nannte sie die Sicherung von Arbeitsplätzen mit Hilfe kürzerer Arbeitszeiten.

In der Krise habe sich gezeigt, wie wichtig flexible Arbeitszeitregelungen für den Erhalt von Arbeitsplätzen seien, betonte die Gewerkschafterin. Neben Kurzarbeit und tariflichen Instrumenten der Arbeitszeitverkürzung habe auch der Abbau von zuvor aufgebauten Arbeitszeitguthaben eine wichtige Rolle gespielt.

Die IG Metall erwartet nach Schwitzers Worten selbst bei einem günstigen Konjunkturverlauf einen Rückgang des Arbeitsvolumens in der Schlüsselbranche Metall und Elektro. Verantwortlich dafür seien teils gewaltige Produktivitätssprünge. „Rund 300 000 von 3,4 Millionen Arbeitsplätzen in der Branche könnten bis 2012 wegfallen, wenn die Arbeitszeiten wieder auf Vorkrisenniveau hochgefahren werden“, sagte Schwitzer. Selbst wenn das Niveau des Rekordjahres 2008 wieder erreicht werde, würden dann dafür signifikant weniger Leute gebraucht.

„Maßstab muss die tariflich vereinbarte 35-Stunden-Woche bleiben“, sagte Schwitzer. Vor der Krise habe die tatsächliche durchschnittliche Wochenarbeitszeit der Metaller bei 39,1 Stunden gelegen, was eindeutig zu hoch sei. „Davon müssen wir runter, um Beschäftigung zu sichern und Gesundheit zu schützen“, forderte sie.

Vielen Arbeitnehmern sei es zunehmend wichtig, Arbeit und Leben besser miteinander vereinbaren zu können, sagte die Tarifexpertin. „Dazu brauchen sie im Tarifvertrag geregelte Ansprüche, um zum Beispiel selbstbestimmt auf das Arbeitszeitkonto zuzugreifen.“ Die Arbeitszeit müsse zudem gesundheitsverträglich und demografietauglich gestaltet werden. Die Einzelheiten könnten nur in den Betrieben ausgehandelt werden. Dazu könnte es im gewerblichen Bereich für ältere Arbeitnehmer Arbeitszeitverkürzungen geben.

Ein großer Trend gerade bei Angestellten sei die Vereinbarung von Arbeitszielen, die häufig an die Stelle eines festgelegten Arbeitspensums träten. Diese müssten aber fair gestaltet werden, verlangte Schwitzer: „Es muss ein Aushandeln sein und keine einseitige Festlegung.“

Vor genau 50 Jahren - im Juli 1960 - hatten IG Metall und Arbeitgeber das sogenannte Bad Homburger Abkommen unterzeichnet, dass die schrittweise Einführung der 40-Stunden-Woche festhielt. Im Vordergrund stand damals die Debatte um den freien Samstag. Tarifvertragliche Realität wurde die 40-Stunden-Woche für die Metaller aber erst im Jahr 1967. 1995 gelang die Durchsetzung der 35- Stunden-Woche, die heute noch gilt.

dpa

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