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IWF-Bewerbungsfrist vorbei

Lagarde Favoritin IWF-Bewerbungsfrist vorbei

Die Bewerbungsfrist ist abgelaufen, jetzt wird es ernst: Bis zum 30. Juni muss der IWF entscheiden, wer den Posten des zurückgetretenen Dominique Strauss-Kahn übernimmt. Viele meinen, die Entscheidung ist schon gefallen - zugunsten der französischen Finanzministerin Lagarde.

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Die französische Finanzministerin Christine Lagarde gilt als Favoritin für den Posten des Chefs des internationalen Währungsfonds (IWF).

Quelle: dpa

Washington. Im Tauziehen um die Nachfolge von Dominique Strauss-Kahn als Chef des internationalen Währungsfonds (IWF) hat die Endrunde begonnen. Um Mitternacht (US-Zeit) lief die Bewerbungsfrist ab, damit gibt es ein Zweierrennen zwischen der französischen Finanzministerin Christine Lagarde und dem mexikanischen Notenbankchef Agustín Carstens.

Lagarde ist Favoritin, viele meine, dass hinter den Kulissen die Würfel schon zu ihren Gunsten gefallen sind. Der Verwaltungsrat will bis zum 30. Juni über den künftigen Geschäftsführenden Direktor der UN-Sonderorganisation entschieden haben.

Ein dritter Bewerber, der ohnehin als Außenseiter geltende Chef der kasachischen Zentralbank, Grigory Marchenko, war wenige Stunden vor dem Ende der Nominierungsfrist aus dem Rennen ausgestiegen. Es sei „mehr oder weniger offensichtlich“, dass der Job an Lagarde gehen werde, zitierte ihn der US-Sender CNN.

Strauss-Kahn steht im Verdacht, ein Zimmermädchen in einem New Yorker Hotel sexuell attackiert zu haben und war deshalb zurückgetreten. Auf ihn kommt ein Gerichtsverfahren wegen versuchter Vergewaltigung zu.

Carstens übt Kritik an Unterstützung für Lagarde

Die Unterstützung der Europäer für Lagardes Bewerbung scheint sicher, auch die Länder Afrikas stehen offenbar mittlerweile geschlossen hinter der Französin. Dagegen hielten sich bislang vor allem Indien und China zurück. Die USA als größter Anteilseigner hatten sich bis zuletzt nicht dazu geäußert, wen sie bevorzugen. Nach bisheriger Tradition wird der IWF von einem Europäer geführt, die Weltbank als Schwesterorganisation dagegen von einem US-Amerikaner.

Carstens versprach Europa im Falle eines Wahlsieges die bestmögliche Unterstützung. „Wenn ich gewählt werden sollte, werde ich alle Ressourcen mobilisieren, um Europa zu helfen“, sagte der mexikanische Notenbankchef der „Welt“. Carstens knüpfte sein eigenes Schicksal an die Lösung der europäischen Schuldenkrise. „Wenn ich mich mit meinen Positionen nicht durchsetzen sollte, habe ich kein Problem damit, mein Amt zur Verfügung zu stellen.“

Das Hauptmotiv für seine Kandidatur sei gewesen, den IWF politisch unabhängiger zu machen. „Der IWF muss von der besten Person geführt werden. Wenn das Personal nach nationalen Interessen ausgewählt wird, ist die politische Abhängigkeit eher größer als kleiner.“ Kritik übte Carstens an der frühen Unterstützung Europas für Frankreichs Finanzministerin Lagarde. „Mich hat es schon sehr gewundert, dass Europa seine Unterstützung für Lagarde erklärt hat, ohne überhaupt den Gegenkandidaten zu kennen.“ Die Französin sei erst seit vier Jahren Ministerin, er hingegen sei seit über 30 Jahren in politisch verantwortlichen Positionen. „Und ich kenne den IWF wie meine Westentasche. Deshalb bin ich der bessere Kandidat.“

dpa

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Lagarde Favoritin
Foto: Der israelische Zentralbankchef Stanley Fischer

Aus dem Zweier- ist ein Dreierrennen geworden: Nach Frankreichs Finanzministerin Lagarde und dem mexikanischen Notenbankchef Carstens kandidiert nun auch der israelische Zentralbankchef Fischer für den IWF-Chefposten. Eine Entscheidung soll bis Ende Juni fallen.

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