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Deutschland / Welt Israelischer Ex-Geheimdienstchef soll Piëch informiert haben
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Israelischer Ex-Geheimdienstchef soll Piëch informiert haben
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16:04 09.02.2017
Ein neuer Dreh im VW-Skandal: Ein israelischer Sicherheitsexperte soll Ferdinand Piëch unterrichtet haben. Quelle: dpa
Wolfsburg

Nach Medienberichten soll ein Ex-Chef des israelischen Geheimdienstes Shin Bet den Volkswagenkonzern über die Abgasmanipulationen informiert haben. Wie Spiegel Online berichtet, soll Yuwal Diskin bei einem Treffen Ende Februar 2015 dem damaligen Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch ein entsprechendes Dokument überreicht haben. Auch Ex-Manager Martin Winterkorn sei frühzeitig in Kenntnis gesetzt worden, berichtet das Medium.

Bisher gibt es keinerlei Bestätigungen, dass ein solches Dokument existiert. Eine Geschäftsbeziehung zwischen VW und Diskin ist hingegen verbrieft. Es ist durchaus üblich, dass israelische Sicherheitsexperten große Unternehmen wie auch den Frankfurter Flughafen beraten. So entwickelt Diskins Firma Cymotive Technologies seit 2016 Cybersicherheits-Lösungen für die nächste Generation vernetzter Autos und mobiler Dienste.

Volkswagen hält über die Tochter AutoVision 40 Prozent an Cymotive. Der Rest liege bei Diskin und seinen Partnern Tsafrir Kats und Tamir Bechor. Mit Diskins Firma DAT habe Volkswagen bereits seit 2012 bei Sicherheitstechnologie zusammengearbeitet, sagte ein VW-Sprecher.

Israelischer Botschafter hat Kontakt zu VW hergestellt

Dass allerdings ein Treffen zwischen Diskin und Piëch tatsächlich stattgefunden hat, bestätigte Avi Primor, Israels ehemaliger Botschafter in Deutschland, gegenüber der Wirtschaftswoche“: „Ich bin mit Yuwal Diskin befreundet, und ich habe ihm einen Gefallen getan. Wir waren zusammen bei verschiedenen deutschen Unternehmen, unter anderem bei Volkswagen. Ich habe aber nur Kontakte hergestellt, wirtschaftlich bin ich an nichts beteiligt.“

Dahingegen dementiert Primor, von einem Bericht über die Abgasmanipulationen gewusst zu haben und auch, dass dieser aus der Feder von Diskin stammen könnte. „Ich äußere mich zu dem Thema überhaupt nicht“, sagt Primor gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

Piëch selbst hatte das Treffen in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses gerückt, als er am Mittwoch behauptete, den Aufsichtsrat von Volkswagen und damit auch Ministerpräsident Stefan Weil frühzeitig informiert zu haben. Weil hatte diese Aussage als „nicht beweisbar“ und „Fake News“ bezeichnet. Er kenne die Vorwürfe Piëchs seit Monaten, sei aber nicht in die Offensive gegangen, da er und die anderen Präsidiumsmitglieder gehofft hätten, dass Piëch seine Vorwürfe gründlich prüft und diese zurückzieht.

Von RND/dpa/aks

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