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Deutschland / Welt „Jägermeister“ will gegen Nazi-Shop vorgehen
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt „Jägermeister“ will gegen Nazi-Shop vorgehen
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14:02 11.08.2018
Spirituosenhersteller „Jägermeister“ will gegen den Betreiber eines Online-Shops vorgehen. Quelle: Peter Steffen/dpa
Neuruppin/Wolfenbüttel

Nach der Staatsanwaltschaft geht einem Medienbericht zufolge nun auch das Unternehmen „Jägermeister“ gegen einen Online-Shop für Nazi-Devotionalien vor. Der Versandhandel, der von einem Brandenburger betrieben worden sein soll, habe neben „SS“-Bettwäsche, Hakenkreuzgirlanden, Erdnussdosen mit der Aufschrift „Zyklon B“ und anderen Artikeln auch einen Kräuterlikör mit dem Namen „Reichs Jägermeister“ angeboten, berichtet die „Berliner Morgenpost“. Das Spirituosenunternehmen aus Wolfenbüttel sehe darin eine Markenrechtsverletzung und habe rechtliche Schritte eingeleitet.

Neben Verstößen gegen das Markenrecht werde das Unternehmen auch „umfangreichere Rechtsverstöße prüfen“, zitiert die Zeitung eine Unternehmenssprecherin. Gegen den mutmaßlichen Betreiber des Nazi-Versandshops ermittelt die Staatsanwaltschaft Neuruppin. In einem bereits seit mehreren Jahren laufenden Verfahren wegen Volksverhetzung ist für September ein Prozesstermin vor dem Amtsgericht Prenzlau anberaumt worden. Ein zweites Verfahren zur gleichen Thematik befinde sich noch im Ermittlungsstadium, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Neuruppin.

Das Giftgas „Zyklon B“ wurde von den Nationalsozialisten im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau im damaligen Oberschlesien zur Ermordung von Häftlingen eingesetzt. In Auschwitz wurden mehr als eine Million Menschen umgebracht, 90 Prozent davon waren Juden. „Reichsjägermeister“ war ab 1934 eines der Ämter des NS-Ministers Hermann Göring, der sich nach Kriegsende und seiner Verurteilung zum Tod 1946 der Hinrichtung durch Suizid entzog.

Von RND/epd