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Deutschland / Welt Jede zweite Inkasso-Forderung unberechtigt
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Jede zweite Inkasso-Forderung unberechtigt
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02:15 30.11.2015
Von Albrecht Scheuermann
Willkürlich oder berechtigt? Forderungen von Inkassofirmen sollten immer sorgfältig geprüft werden, raten Verbraucherschützer.Foto: dpa Quelle: Jens Büttner
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Hannover

Hannover. Viele Inkassodienste verschicken immer noch willkürliche Forderungen oder kassieren unverhältnismäßig hohe Gebühren - trotz gesetzlicher Regelungen, die seit über einem Jahr gelten. Zu diesem Schluss kommt eine bundesweite Untersuchung der Verbraucherzentralen. „Gerade die hohe Zahl unberechtigter Forderungen zeigt, dass Verbraucher Rechnungen von Inkassodiensten stets hinterfragen und sorgfältig prüfen sollten“, erklärte Kathrin Körber, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen (VZN).

Die Verbraucherzentralen hatte vom 1. Mai bis 31. August insgesamt 1412 Beschwerden zu Inkassodiensten erfasst und ausgewertet - davon 265 aus Niedersachsen. Dabei zeigte sich nach Darstellung der VZN, dass das Gesetz gegen unseriöse Geschäftspraktiken zwar die Situation verbessert hat, dennoch aber immer noch zwielichtige Inkassodienste ihr Unwesen treiben. Deshalb fordern die Verbraucherschützer gesetzliche Nachbesserungen.

Bereits in den Jahren 2013 und 2014 waren schärfere Regeln für Inkassofirmen inkraft getreten. Seitdem gelten bestimmte Höchstgrenzen für Gebühren und konkretere Informationspflichten. Inkassofirmen müssen etwa unaufgefordert wesentlich mehr Daten an die Verbraucher übermitteln als zuvor.

Bei den Verbraucherbeschwerden geht es häufig um Forderungen von Telefonanbietern, Gewinnspielveranstalter, Dating-Portalen oder Versandhändlern. Für die von ihnen geltend gemachten Rechnungsbeträge fehlte es aber in mehr als der Hälfte der geprüften Fälle an einer Vertragsgrundlage. Das Problem: Inkassodienste sind nicht verpflichtet, die Ansprüche, die sie eintreiben, auf ihre Richtigkeit zu überprüfen. „Auch seriöse Inkassounternehmen verschicken deshalb immer wieder unberechtigte Forderungen“, sagt Körber. Sie rät deshalb allen Verbrauchern, Inkasso-Rechnungen zu prüfen und gegebenenfalls die Forderung zu bestreiten. Dagegen empfehle es sich nicht, einfach gar nichts zu tun und die Rechnung in den Papierkorb zu werfen.

Ein anderes Problem aus Sicht der Verbraucherschützer sind überhöhte Gebühren der Inkassofirmen. Gerade für einfache und standardisierte Zahlungsaufforderungen seien die Gebühren oft unangemessen hoch. Die eigentliche Forderung wurde dadurch im Schnitt um 40 Prozent in die Höhe getrieben. In Einzelfällen können sich die Kosten dadurch aber vervielfachen. Zum Beispiel wurden aus einer Forderung von 27 Cent eines Call-by-Call-Anbieters durch die Inkassogebühren 102,14 Euro. Die Verbraucherschützer bemängeln außerdem, dass Inkassobüros versuchen, mit Drohungen vom Schufa-Eintrag bis zur Zwangsvollstreckung die Schuldner gefügig zu machen. Dabei seien viele dieser Firmen gar nicht legal tätig. Von den 187 erfassten Inkassounternehmen arbeiteten der Untersuchung zufolge 72 ohne die vorgeschriebene Registrierung. Besonders misstrauisch sollten Verbraucher bei Inkassofirmen sein, die vom Ausland aus operieren.

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