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Kaufhof prüft Ausstieg aus Tarifvertrag

Spardruck Kaufhof prüft Ausstieg aus Tarifvertrag

Die Warenhauskette Galeria Kaufhof steht offenbar unter Druck – und sucht nach Einsparmöglichkeiten. Nach Informationen des „Manager Magazins“ prüft das Unternehmen einen Ausstieg aus dem Einzelhandelstarifvertrag.

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Weiterhin im Tarifvertrag? Kaufhof - hier eine von zwei Filialen in Hannover - will „wettbewerbsfähige Vereinbarungen“ treffen. Foto: Schaarschmidt

Quelle: Tim Schaarschmidt

Köln/Hannover. Es gebe bereits Gespräche zwischen der Firma, die seit dem Jahr 2015 der kanadischen Hudson’s Bay Company (HBC) gehört, und der Gewerkschaft Verdi, hieß es.

Die Arbeitnehmervertreter bestätigten entsprechende Kontakte - Details wollte Verdi aber nicht nennen. Offiziell ist nur von einem „Gedankenaustausch“ mit dem Management die Rede. Die Gewerkschaft erwarte, dass Kaufhof „seiner sozialen Verantwortung gerecht wird und die Tarifbindung nicht infrage stellt“.

Kaufhof wollte sich ebenfalls nicht zum Inhalt der Gespräche äußern. Man bekenne sich zur Tarifbindung und zur Sozial- und Tarifpartnerschaft mit Arbeitnehmervertretern und Gewerkschaften, erklärte das Unternehmen lediglich. Kaufhof setze sich seit vielen Jahren „für moderne und wettbewerbsfähige Vereinbarungen“ ein, „die den heutigen Arbeitswelten im Textileinzelhandel entsprechen“.

Kaufhof hat 20.000 Mitarbeiter

Als die Hudson’s Bay Company die Warenhauskette vom Metro-Konzern übernahm, sicherten die Kanadier vertraglich zu, dass Kaufhof bis mindestens 2020 im Tarifvertrag bleibe. Allerdings soll laut „Manager Magazin“ für einen Bruch der Vereinbarung keine Vertragsstrafe vereinbart worden sein. Kaufhof beschäftigt nach eigenen Angaben rund 20.000 Mitarbeiter.

Die Warenhauskette bekam in den vergangenen Monaten die Kaufzurückhaltung vieler Kunden zu spüren. Im Weihnachtsquartal schrumpfte das Geschäft in Deutschland und Belgien um etwa 2 Prozent. Konzernchef Olivier van den Bossche hat jedoch bekräftigt, das Unternehmen werde sich an die von HBC unterschriebene „Sozialcharta“ halten.

Der Trend zum Online-Handel, aber auch die Verunsicherung von Kunden nach Anschläge in Innenstädten habe zu Verkaufsrückgänge in den Einkaufsstraßen geführt, hatte Kaufhof unlängst mitgeteilt. In der Mitarbeiterzeitschrift kündigte van den Bossche an, dass man die von HBC angekündigten Investitionen in die Filialen nun „zeitlich etwas strecken“ werde. Es bleibe aber bei den Plänen, in den nächsten fünf bis sieben Jahren eine Milliarde Euro zu investieren, hieß es.

Machtkampf hinter den Kulissen

Unterdessen ist bei Kaufhof hinter den Kulissen offenbar ein Machtkampf zwischen den Topmanagern von Hudson’s Bay und der deutschen Geschäftsführung entbrannt. Von übertriebener Einmischung der Kanadier sei in der Kölner Europa-Zentrale hinter vorgehaltener Hand zu hören, berichtet das Branchenmagazin „Textilwirtschaft“. Auch von falschen Einschätzungen des hiesigen Marktes, verfehlter Rabattpolitik und einer „planlosen Investitionsstrategie“ sei die Rede.

Im Mittelpunkt der Kritik steht nach Informationen der „Textilwirtschaft“ Don Watros. Er ist bei HBC für das internationale Geschäft verantwortlich und Aufsichtsratschef von Kaufhof. Der Manager werde maßgeblich für die üppigen Rabatte verantwortlich gemacht, mit denen Galeria Kaufhof nicht nur während des Weihnachtsgeschäftes aufgefallen ist.

In Hannover ist Kaufhof mit zwei großen Häusern vertreten. Sie haben nach Angaben der Industrie- und Handelskammer (IHK) zusammen rund 52.000 Quadratmeter Verkaufsfläche. Dies ist nahezu das Doppelte der Ernst-August-Galerie am Hauptbahnhof. Insgesamt betreibt Kaufhof in Niedersachsen auf sechs Häuser. Darunter sind auch Standorte in Hildesheim und Braunschweig.

dpa

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