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Kleinanlegern droht bei Locomore der Totalverlust

Problem beim Crowdfunding Kleinanlegern droht bei Locomore der Totalverlust

Die Pleite des Bahnunternehmens Locomore zeigt die Schattenseite der Schwarmfinanzierung: Geldgeber vom Crowdfunding müssen mit einem Totalverlust rechnen.

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„Die Locomore-Pleite zeigt die Realität“: Gut 920 000 Euro sammelte der Bahnbetreiber ein. Foto: dpa

Quelle: A3511/_Soeren Stache

Hannover. Die Pleite der privaten Eisenbahngesellschaft Locomore trifft nicht nur die Passagiere, die schon ihre Fahrkarten erworben haben - geschädigt sind auch Hunderte von Kleinanlegern, die dem Fernzug-Betreiber Geld geliehen haben. Locomore gehörte zu den inzwischen zahlreichen jungen Unternehmen, die sich die nötigen Mittel auf unkonventionellem Weg beschaffen: Statt bei der Bank um einen Kredit nachzusuchen - und sich dabei wegen des zu großen Risikos meist eine Abfuhr zu holen - , wenden sie sich mithilfe des Internets direkt an Kleinanleger, die mit ein paar Hundert oder Tausend Euro einsteigen. Die sogenannte Schwarmfinanzierung, auch Crowdfunding oder Crowdinvesting genannt, ist weltweit zu einem Milliardenmarkt geworden.

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Er Sieht aus wie ein Zug aus vergangenen Zeiten – aber der Locomore ist technisch auf neuestem Stand. So bequem lässt es sich quer durch Deutschland reisen.

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Meistens läuft dieses Geschäft über eine der zahlreichen Internetplattformen, die Geldsuchende mit Geldgebern zusammenbringen. Locomore sprach die möglichen Investoren jedoch direkt an. Insgesamt hat das Berliner Start-up nach eigenen Angaben bis Ende März 2017 auf diesem Weg 927.761 Euro eingesammelt. Erst vor wenigen Tagen hatte das Team von Unternehmensgründer Derek Ladewig ein neues Angebot veröffentlicht: Wer wollte, konnte sich den Darlehensvertrag mit der gewünschten Summe zuschicken lassen. Der Mindestbetrag betrug 2000 Euro, die Verzinsung kletterte je nach angelegtem Betrag von 3,16 auf 4,15 Prozent. Geldgeber konnten sich den Zins aber auch in „Naturalien“ in Form von Bahnfahrten auszahlen lassen - dann war in der Spitze sogar eine Verzinsung von über 8 Prozent drin.

Wie viele andere junge Firmen nahmen die Berliner Zugbetreiber sogenannte Nachrangdarlehen auf. Das ist die riskanteste Form von Krediten, weil die Geldgeber bei einer Insolvenz in der Gläubigerschlange ganz hinten stehen. Die Bundesregierung hatte die Bedingungen für diese Finanzierung vor zwei Jahren gelockert, um den Firmengründern den Zugang zu Schwarmkapital zu erleichtern. So müssen Firmen seit Juli 2015 für solche Anlageangebote bis zu 2,5 Millionen Euro Gesamtvolumen keinen aufwendigen Wertpapierprospekt mehr veröffentlichen, wenn die Angebote über eine Internetplattform angeboten werden.

Michael Harms vom Crowdfunding-Informationsportal sieht die Locomore-Pleite nicht als Belastung für den Markt. „Sie zeigt die Realität. Es ist gut, wenn nicht nur die Erfolge, sondern auch die Schattenseiten Schlagzeilen machen“, sagt er. Start-ups seien nun mal eindeutige Risiko-Investments. Nach Beobachtung des Berliner Marktexperten haben sich jedoch die Ausfallraten nicht erhöht.

Laut Bundesverband Crowdfunding hatte der deutsche Markt Ende 2015 ein Volumen von insgesamt rund 250 Millionen Euro - im Vergleich zum britischen Markt eine winzige Summe, wo schon 4,4 Milliarden Euro in solchen Finanzierungen stecken. Für Anleger hat diese Art der Investition den großen Vorteil, dass sie direkt Projekte oder Firmen fördern können, die sie gut finden. Davon profitierte zum Beispiel in Niedersachsen der Biosaft-Hersteller Voelkel in Pevestorf an der Elbe. Er sammelte kürzlich 1,5 Millionen Euro für eine neue Abfüllanlage ein - dies war bislang die größte Online-Finanzierung eines deutschen Mittelständlers.

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