Navigation:
AboPlus Online-ServiceCenter
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt

Studie

Konjunkturhilfen auf Abwegen

Die Milliardenhilfen des Bundes zur Überwindung der Rezession wurden nur zu einem geringen Teil in Zukunftsprojekte investiert. Lediglich 30 Prozent des eingesetzten Geldes aus den Konjunkturpaketen seien für Projekte verwendet worden, die die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands verbesserten

Lesezeichen setzen:
Schulsanierung in Hannover: Das DIW bemängelt die Verwendung der Konjunkturspritzen.

Schulsanierung in Hannover: Das DIW bemängelt die Verwendung der Konjunkturspritzen.

© Kris Finn

Dies gab am Dienstag das Wirtschaftsforschungsinstitut DIW in Berlin bekannt. Die verbleibenden 70 Prozent der Staatshilfen wurden laut Studie für die Bestandserhaltung verbraucht. „Wenn ein Kindergarten mit dem Geld eine einsturzgefährdete Mauer saniert oder ein Schießstand für den Schützenverein gebaut wird, dann hat das mit Zukunftsinvestitionen nichts zu tun“, kritisierte Max A. Höfer, Geschäftsführer der Initiative Neue soziale Marktwirtschaft, die die Studie in Auftrag gegeben hatte.

Das Konjunkturpaket des Bundes umfasst rund 23,6 Milliarden Euro. 13,3 Milliarden Euro davon stehen den Bundesländern für Investitionen zur Verfügung. Das DIW konnte bei 87 Prozent des vergebenen Geldes ermitteln, wie es eingesetzt wurde. Thüringen weigerte sich als einziges Land, Auskünfte zu geben; Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Brandenburg wiesen nur zur Hälfte nach, wo Staatshilfen investiert werden. Bremen und Sachsen-Anhalt haben laut DIW noch am ehesten das Kriterium erfüllt, Zukunftsprojekte zu fördern. Bremen lässt das Geld zu 49 Prozent dorthin fließen, Sachsen-Anhalt zu 45 Prozent. Niedersachsen schafft mit 41 Prozent Platz sechs. Schlecht stehen nach dem DIW-Urteil das Saarland und Brandenburg da, die mehr als drei Viertel nur in die Bestandserhaltung stecken.

Überwiegend gute Noten erhalten die Länder hingegen dafür, dass sie die Verwendung der Steuermittel veröffentlichen. Bremen und Schleswig-Holstein erhalten dafür die Schulnote Eins. Schlecht schneidet Niedersachsen ab, das sich mit einer vier plus begnügen muss. Inzwischen sind aber auch hier die Projekte im Internet nachzulesen.

Bei den geförderten Bereichen gibt es große Unterschiede. Bei Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie in die Informationstechnologie – sie machen nur 500 Millionen der 23,6 Milliarden Euro aus – werden nach dem DIW-Urteil 100 Prozent in Zukunftsprojekte gelenkt. Sanierungsarbeiten an Straßen, Schienen und Wasserstraßen halten die Forscher zu 100 Prozent für Bestandserhaltung. Bei Ausgaben für Energieeffizienz und Klimaschutz lag der Wert bei 62 Prozent, im Bereich Gesundheit bei 75 Prozent und im Bildungssektor bei 92 Prozent. Hier hätte sich das DIW etwa mehr Geld für die Ausstattung von Schulen mit Computern, Büchern oder neuen Laboren und Lehrerfortbildung gewünscht. „Geld für Gips statt Geld für Grips. Das hat mit Zukunft nichts zu tun“, klagte DIW-Präsident Klaus Zimmermann.

[Alexander Dahl]

Anzeige

Zur Person

Christian Wulff

Was ist von dem neuen Bundespräsidenten Christian Wulff zu erwarten? Unser Dossier begleitet Niedersachsens Ex-Landeschef an der Spitze der Bundesrepublik. mehr


 

Politik-Nachrichten

Umstrittene Migrations-Thesen

Bundesbank will sich von Thilo Sarrazin trennen

Soll abberufen werden: Thilo Sarrazin.

Die Deutsche Bundesbank hat am Donnerstag beschlossen, die Abberufung von Thilo Sarrazin als Mitglied des Vorstandes bei Bundespräsident Christian Wulff zu beantragen. Die Zuständigkeitsbereiche wurden Sarrazin bis dahin entzogen. Die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Entscheidung begrüßt. mehr

KommentareKommentar/e



Studium & Beruf

Studium und Beruf

Die Zukunft im Griff

Welche Unternehmen sind die besten Arbeitgeber? Lesen Sie hier Wissenswertes zu Ausbildung, Studium und Karriere. mehr


 

Alle Börsenkurse auf einen Blick


Börse – Alle Kurse im Blick

Karte (Aus der Region)

Nachrichten aus Hannover und Umgebung Nachrichten aus Neustadt Nachrichten aus Wedemark Nachrichten aus Burgwedel Nachrichten aus Wunstorf Nachrichten Garbsen Nachrichten aus Langenhagen Nachrichten aus Isernhagen Nachrichten aus Burgdorf Nachrichten aus Uetze Nachrichten aus Seelze Nachrichten aus Hannover Nachrichtzen aus Lehrte Nachrichten aus Barsinghausen Nachrichten aus Gehrden Nachrichten aus Ronnenberg Nachrichten aus Sehnde Nachrichten aus Hemmingen Nachrichten aus Laatzen Nachrichten aus Wennigsen Nachrichten aus Pattensen Nachrichten aus Springe

Welche Investition lohnt sich?