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Deutschland / Welt Sehnder Bergwerk wird mit Salz-Abwasser geflutet
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Sehnder Bergwerk wird mit Salz-Abwasser geflutet
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22:41 10.11.2016
Von Jens Heitmann
Künftig darf K+S Salzwasser nach Sehnde bringen. Quelle: dpa
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Sehnde

Der Geschäftserfolg des Kalikonzerns K+S hängt nicht unerheblich vom Geschehen auf den Weltmärkten ab – aber fast so wichtig wie das globale Spiel von Angebot und Nachfrage ist mittlerweile der Pegelstand der Werra: Weil das größte Kaliwerk des Unternehmens in diesem Sommer weniger Abwässer in den Fluss einleiten durfte, lief es dort nicht länger rund. Neben den niedrigen Preisen für Kali- und Magnesiumprodukte war das der Hauptgrund dafür, dass K+S im dritten Quartal mit einem Minus von 31 Millionen Euro in die roten Zahlen rutschte – der Umsatz brach um knapp 23 Prozent auf 688 Millionen Euro ein.

Der Konzern aus Kassel macht damit eine neue Erfahrung: Der am Donnerstag verkündete Verlust ist der erste, seit das Unternehmen vor 16 Jahren mit der Veröffentlichung von Quartalsergebnissen begonnen hat. Das letzte komplette Geschäftsjahr, das mit einem Fehlbetrag abgeschlossen wurde, liegt noch länger zurück: 1993. Doch die schlechten Zahlen haben dem Konzern an der Börse gestern nicht geschadet – und auf mittlere Sicht könnten sie sogar nützlich sein: K+S ist seit Monaten bemüht, den Landesregierungen von Hessen und Niedersachsen den Ernst der Entsorgungslage deutlich zu machen. Nun kann man ihn schwarz beziehungsweise rot auf weiß belegen.

Wenn die Werra nicht genug Wasser führt, darf K+S salzhaltige Abwässer auch in tiefer liegende Kalksteinschichten versenken – aber nur noch mit einer Ausnahmegenehmigung und in begrenzter Menge. Ende Oktober war diese aufgebraucht. Deshalb hat man es in Kassel mit großer Erleichterung aufgenommen, dass künftig eine Alternative offensteht: Zunächst per Lkw und später per Bahn darf der Konzern täglich bis zu 4000 Kubikmeter Salzwasser in das stillgelegte Bergwerk in Sehnde kippen. Das hat das Landesbergamt jetzt genehmigt.

Für K+S bedeute das eine große Hilfe, sagte ein Unternehmenssprecher. Doch als dauerhafte Lösung komme das leider nicht infrage – der Konzern möchte nicht länger auf den Wasserstand in der Werra Rücksicht nehmen müssen. Eine Möglichkeit wäre der Bau einer Pipeline bis an die Nordsee, um das eigene Salzwasser direkt in das große Salzwasser zu leiten. Ein mit Experten bestückter Runder Tisch hatte dieses Projekt vor ein paar Jahren befürwortet, doch das Unternehmen hat die Bedenken von Umweltschützern gern aufgenommen – die Bau- und Betriebskosten wurden auf mehr als eine Milliarde Euro veranschlagt.

K+S präferiert eine kürzere Pipeline bis zur Oberweser kurz vor der niedersächischen Landesgrenze. Wenn die Behörden mitspielen, könnten die Salzabwässer Ende 2021 diesen Weg nehmen – bis dahin hängt der Geschäftserfolg des Konzerns auch an Sehnde.

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