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Harte Zeiten für kleine Höfe

Landwirte kritisieren Preisverfall Harte Zeiten für kleine Höfe

Die deutsche Landwirtschaft erwartet auch in der ersten Jahreshälfte keinen Aufschwung. Grund dafür ist der Preisverfall bei Milch, Getreide und Fleisch. Die Landwirte steuern mit immer mehr Massentierhaltung dagegen.

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Schweinemast in Deutschland: „Haben es mit einem tiefgreifenden Strukturwandel zu tun.“

Quelle: Carsten Rehder

Berlin. Demonstrative gute Stimmung gehört vor dem Start einer Messe eigentlich dazu, aber den Bauern fällt das kurz vor der Grünen Woche in Berlin schwer. Während die deutsche Wirtschaft allgemein brummt, hat die Landwirte nach Jahren mit ordentlichen Gewinnen ein hartnäckiger Abschwung erfasst.„Die Aussichten sind nach wie vor trüb“, sagt Bauernpräsident Joachim Rukwied vor Beginn der weltweit größten Agrarmesse am Freitag. Die Preise für Getreide, Milch oder Fleisch sinken, eine Trendwende sei zumindest im ersten Halbjahr nicht in Sicht, sagt Rukwied.

Längst sind die Landwirte abhängig von weltweiten Faktoren; Russlands Einfuhrstopp als Reaktion auf die Wirtschaftsanktionen der EU bekommen die deutschen Bauern ebenso zu spüren wie die schwächelnde Konjunktur in wichtigen Schwellenländern Asiens und die erhöhte Milchproduktion in den USA und in Neuseeland.Nun droht der nächste Streit mit dem Einzelhandel: In der gemeinsamen „Initiative Tierwohl“ knirscht es. Der Bauernverband fordert eine Verdreifachung des Budgets: Die Handelsketten sollen 12 statt 4 Cent je verkauftes Kilogramm in den Fonds einzahlen, der bessere Haltungsstandards mit Bonus-Beiträgen honoriert. Denn mitmachen wollen demnach mehr Schweinehalter als bislang zugelassen.

Trend geht zur Massentierhaltung

Auch die Bereitschaft der Verbraucher, für verlässliche Verbesserungen in der Tierhaltung mehr zu zahlen, sei ungebrochen, heißt es in neuen Umfragen der Verbraucherzentralen. Dabei sieht der Alltag derzeit anders aus, wie der Fleischatlas 2016 zeigt, den die Heinrich-Böll-Stifung und der BUND am Mittwoch vorgestellt haben. Der Trend zu Megaställen mit Zehntausenden Tieren bei einem gleichzeitigen massiven Preisverfall für Fleisch sei ungebrochen, sagte Vorstand Barbara Umüßig von der Heinrich-Böll-Stiftung.

Die Produktion von Schweinefleisch stieg von 3,7 Millionen im Jahr 1994 auf heute 5,5 Millionen Tonnen. Beim Geflügelfleisch wuchs die Produktion zwischen 1994 und 2014 von knapp 350 000 auf fast eine Million Tonnen. Der Zuwachs basiere ausschließlich auf Massenproduktion in Megaställen, kritisierte Unmüßig. Kleine Erzeuger könnten nicht mehr mithalten. „In den vergangenen 15 Jahren mussten bis zu 80 Prozent der Betriebe und Bauernhöfe die Tierhaltung aufgeben, während gleichzeitig bis zu 50 Prozent mehr Fleisch produziert wird“, sagte Unmüßig.

800 Schweinemäster allein im Raum Vechta

Massiv seien das Höfesterben, Konzentrationsprozesse und die zunehmende Industrialisierung vor allem in Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen. „Wenn bei steigenden Produktionsmengen in Bayern fast 30 000 Betriebe und in Niedersachsen mehr als 13 000 Höfe die Schweinehaltung aufgeben, dann haben wir es mit einem tiefgreifenden Strukturwandel zulasten kleinbäuerlicher und mittelständischer Betriebe zu tun“, sagte Unmüßig. „Wir haben einen Prozess, von dem alle betroffen sind und von dem zunehmend immer weniger profitieren“, kritisierte auch der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. In Deutschland werde eine Tierhaltung betrieben, die die Tierquälerei fördere und keine Existenzen mehr sichere.

In Niedersachsen wurden Mitte 2015 rund vier Millionen Mastschweine gezählt, trotzdem genehmigten die Landesbehörden nach Recherchen des BUND zwischen 2012 und 2015 mehr als 150 000 neue Schweinemastplätze. Im Kreis Vechta produzierten knapp 800 Schweinemäster mehr Tiere als in ganz Schleswig-Holstein oder Hessen. Dies gefährde die Trinkwasserversorgung und gehe oftmals mit einer Missachtung des Tierwohls einher, sagte Weiger.

Sascha Meyer 
und Markus Geiler

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