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Langzeitarbeitslose profitieren nicht von Konjunktur

Trotz Jobrekord Langzeitarbeitslose profitieren nicht von Konjunktur

Trotz Jobrekord profitieren Langzeitarbeitslose in Deutschland wenig von der guten Wirtschaftslage. Überproportional betroffen sind ältere Menschen und Geringqualifizierte, wie eine am Freitag veröffentlichte Studie der Bertelsmann-Stiftung zeigt.

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Obwohl in Deutschland noch nie so wenige Menschen ohne Arbeit waren, profitieren Langzeitarbeitslose wenig von der guten Wirtschaftslage.

Quelle: Hendrik Schmidt

Gütersloh. Langzeitarbeitslosigkeit halte sich in Deutschland hartnäckig, stellen die Experten fest: Mehr als 43 Prozent aller Arbeitslosen in Deutschland suchen seit mehr als einem Jahr einen neuen Job, knapp ein Drittel ist sogar mehr als zwei Jahre ohne Stelle. Niedersachsen liegt mit 37,8 Prozent unter dem Durchschnitt, insgesamt sind hier 97 000 Menschen länger als ein Jahr auf Jobsuche.

Viele, die lange ohne Arbeit seien, tauchten in der Statistik allerdings gar nicht auf, heißt es in der Studie. So sei die Gruppe der verdeckten Langzeitarbeitslosen ähnlich groß wie die der schon lange aktiv Suchenden: „Die einen stehen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung, weil sie in einer Weiterbildung sind. Zum anderen gibt es Menschen, die die Arbeitssuche resigniert aufgegeben haben“, sagte Joscha Schwarzwälder, Arbeitsmarktexperte der Bertelsmann-Stiftung. Der Deutsche Gewerkschaftsbund Niedersachsen geht davon aus, dass über 80 Prozent aller Abgänge aus der Langzeitarbeitslosigkeit nicht auf einen Wiedereinstieg ins reguläre Berufsleben zurückzuführen sind.

Für die Studie haben die Experten Arbeitslosenstatistiken der 28 EU-Mitgliedsstaaten ausgewertet, um mehr über Ausmaß und Ursachen herauszufinden. Demnach waren 2015 EU-weit mehr als zehn Millionen Menschen länger als zwölf Monate vergeblich auf Arbeitssuche. Das entspricht 4,3 Prozent aller Erwerbsfähigen. Die Quote lag damit fast doppelt so hoch wie vor dem Ausbruch der Wirtschaftskrise 2008.

Den höchsten Anteil an der Erwerbsbevölkerung in der EU hatten frühere Langzeitarbeitslose in Griechenland (17,7 Prozent), gefolgt von Spanien (10,8 Prozent) und Kroatien (10,4 Prozent). Dass Langzeitarbeitslose kaum vom Aufschwung profitieren, liegt nach Einschätzung der Autoren auch am generellen Wandel in der Arbeitswelt: Manche Branchen, etwa in Industrie und Bausektor, traf die Krise mit besonderer Wucht. Den dort Entlassenen falle es mit ihren spezifischen Berufsprofilen oft schwer, in wachsende Felder zu wechseln.

Besonders in Deutschland, wo es vor allem Geringqualifizierte und Ältere sind, die ein Jahr und länger in der Arbeitslosigkeit feststecken, erschwere auch ein Trend zur Höherqualifikation die Lage. So hat bundesweit jeder dritte Langzeitarbeitslose keinen Berufsabschluss, und 26 Prozent sind älter als 55 Jahre. Niedersachsenweit können sogar 56 Prozent der Langzeitarbeitslosen keine Berufsausbildung vorweisen, 43 Prozent sind älter als 50 Jahre.

Von Christine Dame und Lisa Malecha

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