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Bund verdient mit Schulden 1,5 Milliarden Euro

Minuszinsen auf deutsche Staatsanleihen Bund verdient mit Schulden 1,5 Milliarden Euro

Wer sich Geld leiht, muss normalerweise dafür Zinsen zahlen. Nicht der Bund: Deutsche Staatsanleihen sind derzeit so beliebt, dass die Anleger sogar dafür bezahlen, dass sie dem Staat auf diesem Weg Geld leihen dürfen.

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Der Bund verdiente im ersten Halbjahr 2016 rund 1,5 Milliarden Euro, indem er Schulden machte.

Quelle: Jens Wolf/dpa

Berlin. Der Bund verdient immer mehr Geld mit seinen Schulden. Die Minuszinsen auf deutsche Staatsanleihen hätten im ersten Halbjahr 2016 dazu geführt, dass der Bund für die neu aufgenommenen Schulden nicht zahlen musste, sondern 1,5 Milliarden Euro von den Geldgebern eingenommen habe, berichtete die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf das Bundesfinanzministerium.

Die gesamten Zinsausgaben des Bundes verringerten sich demnach in den ersten sechs Monaten des Jahres um 27,3 Prozent. Das entspreche einem Rückgang von 9,7 Milliarden Euro auf sieben Milliarden Euro. Mitte Juli hatte Deutschland zum ersten Mal überhaupt eine zehnjährige Bundesanleihe mit negativer Rendite ausgegeben. Abnehmer des Papiers bekommen nach Ablauf der zehn Jahre weniger Geld zurück, als sie bezahlt haben – im Durchschnitt 0,05 Prozent.

Sorgen an den Finanzmärkten

Hintergrund der Entwicklung sind Sorgen an den Finanzmärkten, etwa über die Folgen des Brexit-Votums in Großbritannien und Probleme des italienischen Bankensektors. Deutsche Staatsanleihen gelten als sichere Zuflucht – so sicher, dass Anleger sogar bereit sind draufzuzahlen, um ihr Geld hier parken zu können.

Auf dem sogenannten Sekundärmarkt werden zehnjährige Bundesanleihen bereits seit mehreren Wochen mit negativen Renditen gehandelt. Zudem werden Anleihen mit kürzerer Laufzeit, etwa zwei oder fünf Jahren, seit Längerem mit Negativzins ausgegeben.

afp/RND

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