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Deutschland / Welt Jeder zweite Ex-Partner zahlt keinen Unterhalt
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Jeder zweite Ex-Partner zahlt keinen Unterhalt
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10:56 06.07.2016
Viele Mütter müssen sich alleine um Kinder und Familieneinkommen kümmern. Das Geld reicht häufig hinten und vorne nicht. Wenn dann noch Unterhaltszahlungen ausbleiben, ist Armut programmiert. Quelle: Patrick Pleul/dpa
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Gütersloh

Eine Trennung erhöht das Armutsrisiko von Eltern. Das hat eine Studie der Bertelsmann-Stiftung ergeben. Die Ergebnisse im Überblick (die gesamte Studie finden Sie hier:

  • In Deutschland leben rund 1,64 Millionen Alleinerziehende mit 2,3 Millionen minderjährigen Kindern.
  • 89 Prozent der alleinerziehenden Elternteile sind Mütter.
  • 68 Prozent der Alleinerziehenden sorgen für ein Kind, 25,5 Prozent für zwei Kinder und 6,5 Prozent für drei und mehr Kinder.
  • Mehr als ein Drittel aller Alleinerziehenden (37,6 Prozent) sind auf Hartz-IV-Leistungen für ihre Familien angewiesen.
  • Alleinerziehende sind damit fünf Mal häufiger Empfänger von Hartz-IV-Leistungen als Familien mit zwei Elternteilen (7,3 Prozent).
  • Jedes zweite Kind im Hartz-IV-Bezug lebt mit nur einem Elternteil.
  • 42 Prozent der Alleinerziehenden gelten als armutsgefährdet. Das sind 6,6 Prozentpunkte mehr als 2005. Der Anteil armutsgefährdeter Paarfamilien dagegen ist um 11,7 Prozentpunkte zurückgegangen.
  • Die Hälfte aller Alleinerziehenden erhält gar keinen Unterhalt. Weitere 25 Prozent bekommen nur unregelmäßig oder zu wenig Geld vom unterhaltspflichtigem Elternteil.

Die Schlussfolgerungen aus der Studie

"Hat man die Verantwortung für Erwerbsarbeit, Haushalt und Fürsorge und Erziehung der Kinder ganz alleine, ist es sehr schwierig, ein Einkommen zu erwirtschaften, das für die Familie reicht. Bleibt dann der Unterhalt aus, rutschen viele unter die Armutsgrenze", erläutert Studienautorin Antje Funcke. Obwohl die Zahl der Alleinerziehenden seit Jahren steigt und mittlerweile jede fünfte Familie eine Ein-Eltern-Familie sei, gelinge es der Familienpolitik bislang nicht, Armut wirksam zu bekämpfen, heißt es in der Studie.

Die Studienautorinnen sehen vor allem Reformbedarf bei den Regelungen für den Kindesunterhalt. Der Staat springt zwar über einen Vorschuss ein, wenn der Ex-Partner keinen Unterhalt zahlt – allerdings nur sechs Jahre lang und nur für Kinder unter zwölf Jahren. "Das ist eine Regelung, die die Kinder überhaupt nicht im Blick hat", kritisierte Antje Funcke. Auch brauche es bessere Mechanismen, um die Ansprüche auf Unterhalt durchzusetzen.

"Der fehlende Unterhalt für die Kinder ist eine zentrale Ursache dafür, dass viele Ein-Eltern-Familien nicht über die Armutsgrenze kommen – und das, obwohl mit 61 Prozent die Mehrheit der alleinerziehenden Mütter erwerbstätig ist", kritisieren die Autorinnen der Studie. Warum so viele Unterhaltszahlungen ausbleiben, können die Wissenschaftler nicht sagen. "Wir wollen kein Vater-Bashing betreiben", sagte Funcke der Zeitung "Die Welt". "Wir müssen jetzt genau untersuchen, welche Gründe es hat, dass der Unterhalt nicht fließt."

Die Angaben zu den ausbleibenden Unterhaltszahlungen basieren nicht auf Umfragen, wie die "Welt" schreibt, sondern auf Zahlen des Sozio-oekonomischen Panels des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. "Das sind harte Daten", sagte Studienautorin Funcke der Zeitung.

Hintergrund

Ab wann jemand als arm gilt

Entsprechend gängiger Armuts-Definitionen sind davon Familien betroffen, die weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommen zur Verfügung haben. Nach Berechnungen der Bertelsmann-Stiftung lag diese Schwelle 2014 für eine Alleinerziehende mit einem Kind unter 7 Jahren bei etwa 1150 Euro.

dpa/RND/wer

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