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Lego und Shell gehen getrennte Wege

Kooperation beendet Lego und Shell gehen getrennte Wege

Der Spielzeughersteller Lego gibt die Zusammenarbeit mit Shell auf – die Dänen beugen sich dem Druck von Greenpeace. Die Umweltorganisation kämpft aktuell gegen die Pläne von Shell, in der Arktis nach Öl zu bohren.

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Die Kleinen von der Tankstelle: Greenpeace protestiert gegen die Kooperation von Lego und Shell.

Quelle: Greenpeace

Berlin. Eigentlich passen sie ganz gut zusammen: Die kleinen Klötzchen des einen sind aus Plastik, der andere fördert das Öl, aus dem der Kunststoff gewonnen wird – kein Wunder also, dass Lego und Shell beim Marketing gemeinsame Sache machen. Seit drei Jahren verkaufen die Tankstellen des Ölmultis Lego-Modelle der Nobelmarke Ferrari, des Dritten im Bunde. Doch bald ist Schluss damit, der Spielzeugkonzern kappt die lukrative Verbindung – die Dänen beugen sich dem Druck von Greenpeace.

Die Umweltorganisation kämpft aktuell gegen die Pläne von Shell, in der Arktis nach Öl zu bohren. Das gefährde die schöne heile Welt, die Lego den Kunden vorspiele, findet Greenpeace – und lässt sie seit Juli auf Youtube in einer schwarzen Öllache absaufen: Unterlegt mit dem schmalzigen Titelsong des Kinokassenschlagers „The Lego Movie“ ist das Video knapp sechs Millionen mal angeklickt worden.

Bei Lego hat man zunächst versucht, die Kampagne zu ignorieren. Das sei eine Sache zwischen Shell und Greenpeace, erklärte Konzernchef Jørgen Vig Knudstorp im Sommer. Mit der Zahl der Klicks auf Youtube wuchs aber die Besorgnis, dass auch der eigene Ruf Schaden nehmen könnte. „So wie die Dinge liegen, werden wir deshalb unseren Vertrag mit Shell nicht verlängern, wenn dieser ausläuft“, teilte Knudstorp gestern mit.

Den möglichen Imageschaden schätzen die Dänen offenbar höher ein als den Wert der Zusammenarbeit mit Shell. Die Verärgerung aber ist groß: „Wir sind der klaren Auffassung, dass Greenpeace direkt mit Shell reden sollte“, sagte Knudstorp. „Die Marke Lego hätte niemals Teil dieser Kontroverse werden dürfen.“

Ein bisschen schlechtes Gewissen klingt auch bei Greenpeace durch – aber nur mit Blick auf die eigene Kasse: Es sei schon riskant gewesen, den Lego-Film für die Kampagne zu nutzen, andererseits habe man darauf vertraut, weder das Urheberrecht noch die Gefühle der Lego-Fans verletzt zu haben. Nach dem Kniefall der Dänen hofft die Umweltorganisation auf Nachahmer: Das „Science Museum“ in London etwa sollte jetzt auch lieber noch mal über seine Partnerschaft mit Shell nachdenken, hieß es.

Der Mineralölkonzern ist für Greenpeace ein besonders attraktiver Gegner. Im April 1995 hatten Aktivisten die ausrangierte Ölplattform Brent Spar in der Nordsee besetzt, um deren Versenkung zu verhindern. Für Shell war das Echo verheerend, für Greenpeace zahlte sich der Streit doppelt aus: Shell musste die Plattform recyclen, die Umweltorganisation fand viele neue Förderer. Eine Wiederholung dieses Erfolgs käme derzeit sehr gelegen: Seit verlustreiche Zockereien mit Termingeschäften in der Zentrale aufgeflogen sind, haben Tausende Geldgeber ihren Dauerauftrag gestoppt.

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