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Lidl nimmt britische Handelsriesen in die Zange

Niedrigere Preise, höhere Löhne Lidl nimmt britische Handelsriesen in die Zange

Noch vor gut zehn Jahren galten die britischen Handelskonzerne als Leuchttürme der Branche – experimentierfreudig, innovativ und vor allem hoch profitabel. Die deutschen Handelskonzerne zerbrachen sich jahrelang die Köpfe darüber, wie die Tescos und Sainsbury’s im Königreich das bloß anstellten.

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Lidl hat Erfolg in England - und will die Zahl seiner Filialen erhöhen.

Quelle: dpa

London. Inzwischen kennen sie die Antwort: Damals waren Aldi und Lidl auf der Insel einfach noch nicht so stark vertreten wie heute. Inzwischen machen die deutschen Discountkonzerne den Platzhirschen nicht nur Marktanteile streitig, sie lassen auch deren Gewinne dahinschmelzen. Weil sie einfach billiger sind. Der City of London und ihren Investmentbankern mag es wieder gut gehen – aber die „Working Class“ darbt. Seit der Finanzkrise vor sieben Jahren sind die Reallöhne auf Talfahrt. Da spart man gern beim Einkauf.

Lidl facht den Wettstreit nun noch zusätzlich an – indem der Konzern seine Einstiegslöhne drastisch anhebt. Auf einen Schlag sollen sie um 14 Prozent steigen: auf 8,20 Pfund (11,20 Euro) pro Stunde auf dem Land und 9,35 Pfund (12,80 Euro) in London. Damit zahlt der Discounter künftig ein Pfund mehr als die Konkurrenz. „Die Mitarbeiter von Lidl werden zu den bestbezahlten der Supermarktbranche gehören“, frohlockt Lidls Großbritannien-Chef Ronny Gottschlich. Der Aldi-Rivale reagiert damit zugleich auf Pläne der Regierung, Geringverdiener besserzustellen. Schatzkanzler George Osborne will den Mindestlohn in den kommenden Jahren kräftig erhöhen. Mit dem Lohnplus liegt Lidl schon jetzt deutlich über den Plänen, sogar über den Forderungen der Living Wage Foundation. Diese Stiftung setzt sich für Löhne ein, die die Lebenshaltungskosten decken. Damit erzielen die vermeintlichen Gutmenschen aus Neckarsulm einen – zweifelsohne gewollten Nebeneffekt – sie nehmen die Konkurrenz in die Zange: bei Verkaufspreisen und Lohnkosten.

Und das ist längst nicht alles. Sowohl der weltweite Discountprimus Aldi als auch Lidl haben richtig Gefallen am britischen Markt gefunden. Berichten zufolge will allein Lidl die Zahl seiner Filialen in den kommenden Jahren auf mehr als 1200 verdoppeln. Innerhalb der Londoner Ringautobahn soll sie sich sogar vervierfachen. Die Konkurrenz wird sich etwas einfallen lassen müssen.

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